Bei der Jubiläumsfeier vor der Ausgabestelle in der Schillerstraße würdigte auch Oberbürgermeister Jörg Volleth die wichtige Arbeit der Diakonie-Einrichtung. Die Tafel unterstützt rund 3.500 Menschen in Erlangen-Stadt und dem Landkreis Erlangen Höchstadt mit geretteten Lebensmitteln.
„Als ich im Januar 2022 bei der Tafel eingestiegen bin, hatten wir lediglich 1.600 Kundinnen und Kunden“, erinnerte sich Leiter Johannes Sikorski im Rahmen der Feier. Seitdem sei viel passiert. Er nannte beispielhaft den Ukraine-Krieg und die steigende Inflation. „Auch die Altersarmut hat massiv zugenommen. Zu uns kommen viele Seniorinnen und Senioren, die über 40 Jahre ins Sozialsystem einbezahlt haben. Und jetzt reicht ihre Rente hinten und vorne nicht.“
Auch die zahlreichen von Armut betroffenen Kinder und Jugendlichen treiben Sikorski um: „32 Prozent unserer Tafel-Kundinnen und -Kunden sind jünger als 18 Jahre.“ Für Björn Bracher, Bereichsleiter für Hilfen in besonderen Lebenslagen bei der Stadtmission Nürnberg e.V. ist dies ein unhaltbarer Zustand: „Essen ist ein Grundbedürfnis und die Tafel sollte eigentlich überflüssig sein“, betonte er. Ein Wunsch, der aufgrund zahlreicher Krisen, steigender Lebenshaltungskosten und sinkender Sozialleistungen absehbar wohl kaum in Erfüllung gehen dürfte.
Umso wichtiger ist die Arbeit der etwa 170 Ehrenamtlichen, die sich bei der Tafel Erlangen engagieren. Kai Stähler, Vorstandsvorsitzender der Stadtmission Nürnberg e.V., dankte ihnen mit den Worten: „Sie schenken der Tafel ihre Zeit, Kraft und ihr Herzblut. Ohne sie alle gäbe es die Tafel in dieser Form nicht.“ Dem schloss sich Tafel-Leiter Sikorski an und betonte zudem, wie wichtig Spenden sowie der Förderverein für die Einrichtung sind.
Pfarrer Thomas Zeitler von der Neustädter Kirche rief in seiner kurzen humorvollen Andacht in Erinnerung, dass der Mensch nicht nur vom Brot allein lebt: „Bei der Tafel geht es auch um Zusammenhalt.“ Bei strahlendem Sonnenschein, leckeren Snacks und Live-Musik kamen die Feiernden anschließend schnell ins Gespräch, blickten auf die vergangenen drei Jahrzehnte zurück und tauschten die eine oder andere Anekdote aus. Auf die Frage nach einem Wunsch anlässlich des Jubiläums, sagte Sikorski: „Toll wären zusätzliche Räume in Büchenbach beziehungsweise Erlangen-Bruck. Es ist wahnsinnig wichtig, dass unsere Ausgabestellen in der Nähe der bedürftigen Menschen sind.“
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