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Bahnhofsmission Erlangen feiert 65-jähriges Jubiläum

Der Tag der Bahnhofsmission war diesmal etwas ganz Besonderes, denn die Einrichtung feierte ihr 65-jähriges Bestehen. Anlässlich des Jubiläums wurden historische Fotos und Zeitungsberichte im Bahnhof Erlangen ausgestellt

Claudia Steubing, Leiterin der Bahnhofsmission Erlangen (3.v.l.) und Dr. Elisabeth Preuß, Bürgermeisterin der Stadt Erlangen (4.v.l.) mit Mitarbeitenden beim Tag der Bahnhofsmission am Erlanger Hauptbahnhof.

„Die Bahnhofsmission ist eine ganz wichtige Einrichtung und aus unserer Stadt nicht mehr wegzudenken“, betonte Bürgermeisterin Dr. Elisabeth Preuß bei ihrem Besuch am Stand.

 

4695 Hilfen geleistet
In den Bahnhofsmissionen werden soziale Nöte besonders deutlich sichtbar. Sie gleichen einem Seismographen, der soziale Schwingungen erkennt. Seit Jahresanfang haben die 17 Mitarbeitenden der Bahnhofsmission Erlangen beinahe 1000 Reisenden am Bahnsteig geholfen. Der Schwerpunkt liegt aber auf der unbürokratischen Hilfe für Erlanger mit finanziellen und sozialen Problemen, die am unteren Ende unserer Gesellschaft leben. Sie leiden unter Arbeitslosigkeit, Geldsorgen, psychischen Problemen oder Suchterkrankungen. Die Besucher*innen seien dankbar für eine belegte Semmel, eine Tasse Kaffee und ein freundliches Gesicht. Es seien aber auch Ältere darunter, die zuhause einsam sind und froh, jemanden zum Reden zu haben. „Viele sind Stammgäste, die den Austausch untereinander und mit den Mitarbeitenden der Bahnhofsmission schätzen und bei uns die Zeitung lesen“, so Claudia Steubing, Leiterin der Erlanger Bahnhofsmission. In den vergangenen Jahren seien hin und wieder auch durchreisende Obdachlose gekommen, die gebe es derzeit aber nicht mehr. Fast 4000 Besuche in der Anlaufstelle am Gleis 1 zählte die Bahnhofsmission in den vergangenen neun Monaten. Die Mitarbeitenden seien heute mehr gefordert als früher, erzählt eine langjährige Ehrenamtliche: „Die Zahl der Besucher ist stark gestiegen.“

 

Gut vernetzt in der Diakonie
Die hiesige Bahnhofsmission ist eine Einrichtung der Diakonie Erlangen und dadurch gut eingebunden in ein Netz sozialer Beratungen und Dienste. „Wir vermitteln den Besuchern oft weitere Hilfe, wenn das nötig ist“, erklärt Steubing. Dazu gehöre zum Beispiel die Tafel Erlangen, der Gebrauchtwarenladen „Fundgrube“ oder die Beratungsstelle KASA (Kirchliche allgemeine Sozialarbeit). „Manchmal nehmen sich die Hilfesuchenden aber auch gegenseitig woanders hin mit, wenn die Bahnhofsmission schließt“, beobachtet Steubing, etwa in die Tagesstätte „Willi“.

 

125 Jahre lange Tradition
1894 wurde die erste Bahnhofsmission in Berlin gegründet, um Frauen und Mädchen, die auf der Suche nach Arbeit in großer Zahl in die Städte zogen, Schutz vor Ausbeutung und Missbrauch zu bieten. Heute gibt es Bahnhofsmissionen in mehr als 100 Bahnhöfen in ganz Deutschland. Erlangen bekam seine Bahnhofsmission vor 65 Jahren. Damals, 1954, war sie noch in der „Missionsbaracke“, einem kleinen Holzhäuschen, untergebracht, bevor sie fünf Jahre später in die Westliche Stadtmauerstraße zog und die Diakonie Erlangen die Trägerschaft übernahm.

Meldung vom: 11.10.2019

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