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30.01.2019

Manfred-Roth-Stiftung spendet 10 000 EUR für Armutshilfe der Diakonie

1) v.l. Stiftungsvorstand Dr. Wilhelm Polster, Stadtmissions-Vorstand Matthias Ewelt und Stiftungsrat Klaus Teichmann bei der Spendenübergabe.
2) Dr. Wilhelm Polster (rechts) war langjähriger Freund von NORMA-Gründer Manfred Roth. Heute kümmert er sich als Stiftungsvorstand um dessen Unter-nehmensnachlass. Links im Bild: Stiftungsrat Klaus Teichmann.

NÜRNBERG. Seit 2015 ist die gemeinnützige Stiftung des 2010 verstorbenen Fürther Unternehmers und NORMA-Gründers Manfred Roth großzügige Unterstützerin der Diakonie Erlangen. Mit einer Spende von 10 000 EUR unterstützt die Stiftung jetzt mittellose Menschen, die bei der Diakonie Erlangen Hilfe suchen.

 

Rückenwind für „Erste Hilfe gegen Armut“
In Einrichtungen wie der Wohnungslosenhilfe, der Tafel oder der Kirchlichen Sozialberatung (KASA) unterstützen Mitarbeitende der Diakonie Erlangen Menschen in Not. Nicht nur der materielle Mangel zehrt an ihren Klienten*innen. Meist stehen sie auch wegen psychischer Krisen, fehlender Berufsperspektiven oder instabiler Wohnverhältnisse unter Druck. Neben Erwerbslosen sind zunehmend auch Rentner*innen und Familien, vor allem Alleinerziehende, von Armut bedroht oder betroffen.

 

10 000 EUR der Manfred-Roth-Stiftung tragen dazu bei, dass die Diakonie Erlangen Menschen in Krisen und finanziellen Engpässen helfen kann – zum Beispiel, wenn das Geld für die Wohnungskaution oder die Schulausstattung der Kinder fehlt. „Wir sind unheimlich dankbar für diese Spendengelder – nicht zuletzt weil reguläre Kostenträger und Zuschussgeber ihre Mittel zunehmend kürzen“, kommentiert Diakonie-Vorstand Matthias Ewelt bei der Spendenübergabe.

 

Die Manfred-Roth-Stiftung gehört zu den regelmäßigen Großspendern*innen der Diakonie Erlangen. „Die Mittel der Stiftung für wohltätige Zwecke stammen aus den Unternehmensgewinnen, die die NORMA-Angestellten jedes Jahr erarbeiten“, betont Stiftungsvorstand Dr. Wilhelm Polster. Diese Gelder kommen vornehmlich regionalen Initiativen und Einrichtungen aus dem sozialen und wissenschaftlichen Sektor zu Gute. Dazu erklärt Polster, der selbst lange und eng mit dem NORMA-Unternehmer befreundet war: „Manfred Roth war es ein Anliegen Menschen in Not Hilfe zu leisten und so hat er es in seinem Stifterwillen auch festgeschrieben.“

24.01.2019

„Rollentausch“ in der Diakonie: Politiker*innen packen mit an

Foto 1: (v.l.n.r.) Elke Bollmann (stellv. Leiterin der Tafel Erlangen), Alexandra Hiersemann (Landtagsabgeordnete für Erlangen-Höchstadt und Erlangen), Gertud König (Leiterin der Tafel Erlangen)
Foto 2/3: SPD-Landtagsabgeordnete für Erlangen-Höchstadt und Erlangen Alexandra Hiersemann (rechts) mit Ehrenamtlichen der Tafel Erlangen

ERLANGEN. Die SPD-Landtagsabgeordnete für Erlangen-Höchstadt und Erlangen Alexandra Hiersemann hospitierte diese Woche im Rahmen der Aktion „Rollentausch“ bei der Tafel Erlangen. Im Herbst nahmen bereits Dr. Florian Janik, Oberbürgermeister der Stadt Erlangen, und Bürgermeisterin Dr. Elisabeth Preuß bei der Aktion der Diakonie Erlangen teil. Sie konnte wichtige Einblicke in das Hospiz und die Hilfen für Menschen in Wohnungsnot gewinnen. Der Rollentausch soll bewirken, dass Menschen, die im öffentlichen Leben Verantwortung tragen und Entscheidungen treffen, den Alltag in der sozialen Arbeit und die Lebenswelt der Klienten und Klientinnen verstehen.

 

Auf Augenhöhe mit den Tafel-Mitarbeitenden

Alexandra Hiersemann packte tatkräftig in der Ausgabestelle Schillerstraße mit an und ließ sich umfangreich über die Arbeit der Tafel in Erlangen informieren: Rund 7 Tonnen Lebensmittel wöchentlich holen die Mitarbeitenden bei Supermärkten und Bäckereien ab. Im Laufe des Vormittags wurden die Waren in die Ausgabestelle gebracht, von den Ehrenamtlichen und der Landtagsabgeordneten ausgepackt und für die Ausgabe sortiert. Hiersemann war beeindruckt von dem umfangreichen und langjährigen Engagement der Ehrenamtlichen, der Logistikleistung der hauptamtlichen Mitarbeiter*innen und unterstrich die Bedeutung der Tafel für Menschen mit geringem Einkommen.

17.01.2019

Demenzbetreuung sucht Helfer

Betreuungsgruppe „Kaffeeklatsch und mehr“ im Bodelschwingh-Haus mit den Gruppenleiterinnen Karoline Kopp (4. von rechts) und Gabi Seitz (rechts)

Die Diakonie AKTIV gGmbH, eine Tochtergesellschaft der Diakonie Erlangen, und die Alzheimer-Gesellschaft bieten im Frühjahr eine kostenlose Helfer-Schulung an. Wer teilgenommen hat, kann sich in Betreuungsgruppen oder in der individuellen Betreuung von Menschen mit Demenz zuhause engagieren.

 

ERLANGEN. Schon im Gang vor dem Wintergarten des Bodelschwingh-Hauses hört man angeregte Gespräche und fröhliche Stimmen. Jeden Montag, um 14.30 Uhr treffen sich etwa 10 Teilnehmer/innen zur Betreuungsgruppe „Kaffeeklatsch und mehr“. „Daheim sitz ich den ganzen Tag bloß `rum und bin isoliert“ erzählt eine der Teilnehmerinnen, „ich komm gern hierher, da bin ich unter Menschen und es ist immer etwas los“. Die ehemalige Krankenschwester genießt die Gemeinschaft. Karoline Kopp und Gabi Seitz leiten die Gruppe und werden dabei von ehrenamtlichen Helfern unterstützt. „Wir tun etwas gegen Demenz“,  so Karoline Kopp „unser Programm bietet Rituale zur Orientierung, unser Begrüßungslied darf ebenso wenig fehlen wie ein jahreszeitlich passendes  Thema, wir machen Gymnastik, Gehirnjogging, Spiele, kleine Bastelarbeiten.“ Da ist für jeden etwas dabei.  Nicht alle sind gleich fit, aber es wird jeder Teilnehmer mitgenommen. Der vergnüglichste Teil ist natürlich das gemeinsame Kaffeetrinken.

 

Individuelle Betreuung zu Hause

Nicht für jeden ist  eine Gruppe geeignet.  Manche Menschen wollen und können ihr vertrautes Umfeld zu Hause nicht mehr verlassen. Angehörige sind manchmal verzweifelt: „Mein Vater  sitzt den ganzen Tag nur vor dem Fernseher, ich bin von früh bis abends bei der Arbeit und kann mich tagsüber nicht um ihn kümmern“.  Karoline Kopp versucht dann einen ehrenamtlichen Helfer zu finden, der den Herrn besucht und motiviert, auch mal etwas anderes zu machen. Das kann zum Beispiel  ein Kartenspiel sein oder ein Spaziergang, der zu zweit eben mehr Spaß macht als alleine. Oft entstehen dadurch richtig dicke Beziehungen zwischen Helfer und dem  alten Menschen, manchmal läuft  eine Betreuung über mehrere Jahre. „Ich habe von meiner Dame Canasta gelernt, das macht richtig Spaß“, freut sich eine Helferin.

 

Helferkreis dient zum Austausch

Ohne Helfer geht es nicht! Wie so viele Bereiche der sozialen Arbeit ist auch die Demenzbetreuung auf ehrenamtliche Helfer angewiesen. Mindestens zwei sind immer bei den Betreuungsgruppen dabei, andere engagieren sich bei der Einzelbetreuung zu Hause. „Die Häufigkeit der Einsätze fällt ganz unterschiedlich aus: Jeder macht so viel er kann und will“ erklärt Karoline Kopp „Es muss menschlich zusammenpassen nur so kann Betreuungsarbeit klappen“.  Über ihre freiwillige Arbeit tauschen sich die Ehrenamtlichen in einem regelmäßigen Helferkreis aus. So sind nebenbei auch schon einige Freundschaften entstanden. Gemeinsame Feste wie z.B. die jährliche Weihnachtsfeier gehören natürlich unbedingt dazu.

 

Kostenlose Helfer-Schulung im Frühjahr

Aktuell werden wieder neue Kolleginnen und Kollegen gesucht, die in der ambulanten Betreuung tätig werden wollen oder die Gruppen unterstützen möchten. Zusammen mit der Alzheimer-Gesellschaft bietet die Diakonie AKTIV gGmbH eine kostenlose Helferschulung an. Die ist unbedingt erforderlich um Helfer zu werden. An vier Wochenenden (je Freitagabend und Samstag früh) wird theoretisches Wissen rund um das Thema Demenz vermittelt, zum Beispiel unterschiedliche Formen der Demenz, Betreuungsrecht und natürlich auch der praktische Umgang mit Demenzkranken Menschen. Mitbringen sollten Interessierte viel Empathie und Geduld für alte Menschen, soziale Kompetenz, Hilfsbereitschaft, Zuverlässigkeit, Kreativität und ein wenig Zeit.  „Ich freue mich auf die Neuen und hoffe auf recht viele Anfragen! Unterstützung können wir immer gebrauchen. Unser Einsatzgebiet erstreckt sich von Herzogenaurach bis Uttenreuth. Es wäre schön, wenn sich auch Helfer von außerhalb melden!“ so Karoline Kopp.  

 

Für Unentschlossene, die sich nicht sicher sind ob Ihnen der Bereich liegt, ist das Hineinschnuppern in eine der Betreuungsgruppen möglich.

 

Anmeldung bis zum 15. März möglich.

 

Betreuunggruppen:

Montags 14.30 – 17.00 Uhr im Bodelschwingh-Haus                                                                           
Dienstags 14.30 – 17.00 Uhr in der Diakonie Sophienstraße

 

Für Informationen wenden sie sich bitte an:

Karoline Kopp, Leitung ambulante Demenz-Betreuung Diakonie AKTIV gGmbH

Telefon: 09131/ 6301-520

E-Mail: karoline.kopp@diakonie-erlangen.de

15.01.2019

Jugendwerkstatt Erlangen: Forderung nach stabiler Finanzierung – Ein Fundament fürs Leben

Mitarbeitende und Azubis mit Einrichtungsleiter Wolfgang Gremer (2.v.r.)
Auszubildender an der Formatkreissäge
Auszubildende an der Ständerbohrmaschine (hoch)
Auszubildende an der Ständerbohrmaschine (quer)

ERLANGEN. Trotz guter Konjunktur und vieler unbesetzter Lehrstellen auf dem Arbeitsmarkt zu Beginn des Ausbildungsjahres brauchen immer mehr Jugendliche ohne Ausbildungsvertrag die Hilfe der Jugendwerkstatt Erlangen: Die Einrichtung der Diakonie Erlangen verhilft jungen Menschen ohne Ausbildungsplatz zu einem Berufsabschluss. Weil 2020 von der wichtigsten Finanzierungsquelle, dem Europäischen Sozialfonds, extreme Kürzungen zu erwarten sind, steht Einrichtungsleiter Wolfgang Gremer vor einer großen Herausforderung.

 

Forderung nach stabiler Finanzierung

Die Jugendwerkstatt Erlangen finanziert sich aus mehreren Töpfen: Die Bayerische Staatsregierung, das Jugendamt der Stadt Erlangen, die Evangelische Landeskirche Bayern und die GGFA AöR Erlangen („Options-Kommune“) fördern das Projekt. Einen Teil der Kosten tragen die Stadtmission Nürnberg und die Diakonie Erlangen. Etwa 20 Prozent des Haushaltsvolumens erzielt die Jugendwerkstatt außerdem durch Erlöse aus Auftragsarbeiten.

 

2020 läuft die Förderung des wichtigsten Zuschussgebers, des Europäischen Sozialfonds (ESF), aus. Aus dem geplanten Sozialfonds-Projekt zur Anschlussfinanzierung wird dann deutlich weniger Geld fließen. Einrichtungsleiter Wolfgang Gremer sucht mit Hochdruck neue Einnahmequellen, um die Lücke zu stopfen: „Im Rahmen unserer Möglichkeiten versuchen wir die zukünftige Finanzierung der Jugendwerkstatt auf mehr Schultern zu verteilen“. Er habe intensive Verhandlungen mit den Kommunen der gesamten Metropolregion Nürnberg und mit Vertretern der Jobcenter und Agenturen für Arbeit aufgenommen. „Verstärkt suchen wir auch Kontakt zu verschiedenen Stiftungen und potentiellen Geldgebern für eine institutionelle oder auch Einzelfallförderung“, erklärt Gremer. Dennoch ist die Finanzierung für die Zukunft alles andere als gesichert: „Da es sich meist um Projektförderungen handelt, bin ich laufend damit beschäftigt, neue Mittel zu beantragen und einen funktionierenden Finanzierungsmix zu schaffen“. Gremer fordert daher eine stabile Finanzierung von Jugendhilfe-Werkstätten. Er sieht hier vor allem den Freistaat Bayern in der Pflicht.

 

Jugendwerkstatt fördert Chancen

Die Arbeitslosenquote in Deutschland ist derzeit sehr gering, der Fachkräftebedarf hingegen hoch. Die Jobsuche, so scheint es, sollte in diesen Zeiten so einfach sein wie nie. Vor diesem Hintergrund ist der  Druck auf Jugendliche, einen Ausbildungsplatz und Arbeit zu finden, enorm gestiegen. Doch 80.000 junge Menschen finden jährlich keinen Platz in einem normalen Ausbildungsbetrieb, trotz freier Lehrstellen. 14 Jugendliche werden aktuell in der Jugendwerkstatt der Diakonie Erlangen zu Schreiner/innen und Fachpraktiker/innen für Holzverarbeitung ausgebildet. Sie alle haben entweder keinen Platz in gewerblichen Betrieben gefunden oder ihre dortige Ausbildung nicht geschafft: „Niedriges Arbeitstempo, mangelnde Zuverlässigkeit, Traumata, Sprachbarrieren und vieles mehr“ benennt Einrichtungsleiter Wolfgang Gremer als Gründe. Manchmal reiche es schon aus eine Frau zu sein, der man(n) den Schreinerberuf nicht zutraut. „Unsere jungen Leute haben teilweise schwerwiegende Biografien und ernste psychische Belastungen, die sie als ‚Rucksack‘ mit sich herumtragen“, so Gremer. Die Jugendwerkstatt gebe ihnen eine Chance auf eine strukturierte Basis für ihr Leben.

 

Pädagogische Fachkräfte leisten biografische Einzelarbeit

Die Vermittlung der Lehrinhalte ist in der Jugendwerkstatt stark individualisiert. Viele Jungen und Mädchen leiden unter Problemen, die von drohender Obdachlosigkeit bis hin zur Spielsucht reichen. Das Team der Ausbildungswerkstatt braucht deshalb besondere Fähigkeiten. „Die biografische Einzelarbeit mit unseren jungen Erwachsenen braucht Feinfühligkeit und große Empathie seitens der pädagogischen Fachkräfte“, erklärt Einrichtungsleiter Wolfgang Gremer. Auch bei den Ausbildern ist gesteigerte Aufmerksamkeit gefragt, denn das Berufsfeld birgt erhöhte Gefahren: Bei der Arbeit an diversen Maschinen kann man sich leicht verletzten.

 

Die Mitarbeitenden der Jugendwerkstatt fungieren oft als erwachsene Vorbilder für die jungen Leute, die teilweise aus Familien stammen, in denen es an Rückendeckung fehlt: „Angesichts der gemeinsamen Zeit und Erlebnisse der Azubis mit ihren Ausbildern und pädagogischen Fachkräften kann man durchaus von Ersatzfamilie sprechen“, so Gremer. Die Jugendlichen nähmen wohlwollenden Ratschläge, Tipps und auch Kritik der Ausbilder und Pädagogen gerne an. Es herrsche ein respektvolles Miteinander. „Das sind die Voraussetzungen, um Erfolgserlebnisse zu erzielen“, weiß der Einrichtungsleiter. „In gewerblichen Betrieben dagegen fehle dem Personal oft die Zeit, um eine angemessene und förderliche Beziehung zu ihren Auszubildenden aufzubauen, die aber wegen der schwierigen Hintergründe so wichtig ist“.

 

Benachteiligung abbauen und ein Fundament fürs Leben schaffen

Ziel der Erlanger Jugendwerkstatt ist es, die Benachteiligung dieser jungen Menschen abzubauen. Und das klappt gut: Die Zahl der Abbrecher ist sehr gering, gemessen an den Herausforderungen, denen sie während der Ausbildung begegnen. So haben in den Ausbildungsjahren 2016/2017 und 2017/2018 von den insgesamt 26 Auszubildenden lediglich 3 Auszubildende abgebrochen – entweder, um ihren Schulabschluss nachzuholen oder in einen anderen Beruf zu wechseln. Auch beim neuen Jahrgang ist Wolfgang Gremer sehr zuversichtlich: „Unsere ‚Neuen‘ sind wertvolle junge Menschen, die eine Chance, ihr Leben aktiv und selbstbestimmt zu gestalten, mehr als verdient haben. Sie ein kleines Stück auf ihrem Lebensweg begleiten zu dürfen, ist eine schöne Aufgabe“. Der Dienst am Menschen ist ihm und seinem Team als Mitarbeitende der Diakonie ein Herzensanliegen: „Wir versuchen den Jugendlichen mit unserer Arbeit nicht nur ein stabiles Fundament für ihr Leben zu geben, sondern ihnen auch eine Stimme in Gesellschaft und Kirche zu verleihen“.

14.01.2019

Ehrenamtliche der Tafel: Miteinander füreinander

Matthias Ewelt (Vorstand der Diakonie Erlangen) und Dr. Elisabeth Preuß (Bürgermeisterin der Stadt Erlangen) beim Neujahrsessen der Ehrenamtlichen der Tafel-Ausgabestelle Büchenbach
Pfarrer Gunther Barth (Evang.-Luth. Martin-Luther-Kirche in Büchenbach), Dr. Elisabeth Preuß (Bürgermeisterin der Stadt Erlangen) und Matthias Ewelt (Vorstand der Diakonie Erlangen) beim Besuch der Tafel-Ausstellung

ERLANGEN. Vergangene Woche luden die drei Erlanger Tafel-Ausgabestellen Büchenbach, Herzogenaurach und Erlangen (Schillerstraße) ihre Ehrenamtlichen zu gemeinsamen Neujahrsessen ein. „Die Arbeit der Tafeln lebt von ihren ehrenamtlichen Mitarbeitenden“, weiß Matthias Ewelt, Vorstand der Diakonie Erlangen „sie erbringen im Grunde eine sozialstaatliche Leistung der Fürsorge, die der Sozialstaat derzeit nicht erbringt“. Beim Neujahrsessen in Büchenbach brachte er den Helferinnen und Helfern seine Anerkennung entgegen. Auch Bürgermeisterin Dr. Elisabeth Preuß war gekommen, um ihren Dank auszusprechen und die Bedeutsamkeit der Tafel zu betonen. Zuvor besuchten sie zusammen mit Pfarrer Gunther Barth die Ausstellung des Fotografen Robert Taud, die derzeit im Gemeindehaus der Evang.-Luth. Martin-Luther-Kirche in Büchenbach hängt. Seine Bilder bieten Einblicke in die Alltagsarbeit der Tafel, die sonst im Verborgenen bleibt.

 

Rund 7 Tonnen Lebensmittel wöchentlich holen die ehrenamtlichen Mitarbeitenden in Erlangen bei Supermärkten ab, sortieren aus, was nicht mehr genießbar ist, und stellen die Ware in den Ausgabestellen zur Verfügung. „Das ist eine richtig körperliche Arbeit" hebt die Leiterin der Tafel, Gertud König, hervor. Die Tafeln bemühen sich um einen Ausgleich an Überfluss und Mangel. Sie sammeln qualitativ einwandfreie Lebensmittel, die sonst im Müll landen würden, und verteilen sie an sozial und wirtschaftlich Benachteiligte.

 

Die Ehrenamtlichen der Tafel Erlangen, einer Einrichtung in Trägerschaft der Diakonie Erlangen, ziehen alle an einem Strang um der Lebensmittelverschwendung Einhalt zu gebieten. Sie leisten den sozialen Dienst, weil sie an den Wert dessen glauben, was sie tun: Aktiv die Menschen unterstützen, die Bedarf haben. „Ein gemeinsames Ziel zu verfolgen schweißt zusammen“, so König, die sich über die gute Gemeinschaft der Ehrenamtlichen freut: „Hier arbeiten wirkliche alle miteinander füreinander“. Die Neujahrsessen, zu denen die Ehrenamtlichen eingeladen werden, seien eine Geste der Wertschätzung. Rund 160 Ehrenamtliche arbeiten in den drei Ausgabestellen mit zusammen über 1600 Kunden, davon sind 30 Prozent Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre.

18.12.2018

Bahnhofsmission lud zu Weihnachtsfeier

Foto 1: Leiterin der Bahnhofsmission Claudia Steubing, Bürgermeisterin Dr. Elisabeth Preuß und Ehrenamtliche
Foto 2: Leiterin der Bahnhofsmission Claudia Steubing, Bürgermeisterin Dr. Elisabeth Preuß und Ehrenamtliche
Foto 3: Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen bei der Essensausgabe
Foto 4: Leiterin der Bahnhofsmission Claudia Steubing (rechts) und Gäste

ERLANGEN. Mit der Unterstützung lokaler Unternehmen und den fleißigen Händen der Ehrenamtlichen richtete die Bahnhofsmission, eine Einrichtung der Diakonie Erlangen, eine Weihnachtsfeier für ihre Gäste aus. Dank des Christbaums, der Tischdekoration und den insgesamt knapp 35 Besuchern wurde es richtig kuschlig in den Räumlichkeiten an Gleis 1 des Erlanger Bahnhofs. Besondere Freude brachte der Besuch der Bürgermeisterin Dr. Elisabeth Preuß, die der Bahnhofsmission, ihren Mitarbeitenden und den Gästen ihren Dank aussprach und alles Gute für die Zukunft wünschte. Gemeinsam wurden Lieder gesungen und angeregt geplaudert: „Oft wird arm sein gleichgesetzt mit ‚Absturz‘ und dramatischen Biografien“, findet eine der Besucherinnen, „hier sind aber auch Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet haben und jetzt von ihrer Rente nicht leben können“. Auch sie selbst habe innerlich eine Hürde nehmen müssen, um das Angebot wahrzunehmen, aber nun komme sie regelmäßig hier her.

 

Der Rentenreport Bayern 2018 des Deutschen Gewerkschaftsbunds in Bayern (DGB) belegte erst kürzlich in Zahlen: Die Neurenten, die in Bayern gezahlt werden, liegen durchschnittlich unter der Armutsgefährdungsschwelle von aktuell 1074 Euro Netto-Einkommen. Frauen beziehen dabei deutlich weniger Rente als Männer: Sie bekommen im Schnitt nur 684 Euro im Monat.

 

Ein richtiges Festmahl sorgte bei der Weihnachtsfeier der Bahnhofsmission dafür, dass niemand hungrig nach Hause gehen musste: Die Ehrenamtlichen gaben jedem einen Teller Rindersauerbraten mit Kloß und Kraut des Restaurants „Mein lieber Schwan“ aus. Außerdem spendete die Bäckerei Trapper Stollen und Plätzchen, das Edeka Center Bachmann in Alterlangen Schokonikoläuse und Mozartkugeln und der dm Drogeriemarkt am Hugenottenplatz Duschgel und Shampoo. Dank dieser großzügigen Geschenke konnte jedem Bedürftigen eine „Weihnachtstüte“ mitgegeben werden. Die Leiterin der Bahnhofsmission, Claudia Steubing, zeigte sich glücklich: „Wir haben hier ganz tolle Partner, die etwas Gutes tun wollen uns das ganze Jahr über unterstützen, und natürlich treue Ehrenamtliche, ohne die der Betrieb hier nicht so rund laufen würde“.

Aktion Rollentausch: Keine Spur von Berührungsängsten

Oberbürgermeister Dr. Florian Janik beim Besuch im Hospiz Erlangen mit Lilo

Im Rahmen der Aktion „Rollentausch“ begleiteten Oberbürgermeister Dr. Florian Janik und Bürgermeisterin Dr. Elisabeth Preuß Mitarbeitende der Diakonie Erlangen vergangenen Freitag bei ihrer Arbeit. Den Blick hinter die Kulissen gewährten das Hospiz Erlangen und die Hilfen für Menschen in Wohnungsnot.  

 

ERLANGEN. Bei der Aktion „Rollentausch“ hospitierten vergangenen Freitag Dr. Florian Janik, Oberbürgermeister der Stadt Erlangen, und Bürgermeisterin Dr. Elisabeth Preuß bei der Diakonie Erlangen. Ziel der Aktion ist es, dass Menschen, die im öffentlichen Leben Verantwortung tragen und Entscheidungen treffen, den Alltag in der sozialen Arbeit und die Lebenswelt der Klienten und Klientinnen verstehen.

 

Rollentausch ermöglicht wichtige Einblicke

Anderthalb Stunden nahm sich Janik für den Perspektivenwechsel und wichtigen Austausch mit den Pflegekräften im Hospiz Erlangen. „Ich dachte, vielleicht ist es für ihn ein ‚Pflichttermin‘“, gesteht Alexander Kulla, Leiter des Hospizes, „aber er war wirklich mit Begeisterung dabei und interessiert daran, welche Bedarfe wir hier konkret haben“. Natürlich ging es viel um die aktuelle Situation in der Pflege, berichtet Kulla. Aber auch gegenüber den „Gästen“, wie die Bewohner und Bewohnerinnen im Hospiz heißen, war keine Scheu zu spüren: Ehe der Oberbürgermeister sich versah, steckte er in der Rolle des „Rosenkavaliers“, und verteilte die jeden Freitag frisch eintreffenden Rosen in den Zimmern. Eine, die die Gelegenheit nutzte, das Gespräch mit dem Oberbürgermeister zu suchen, ist Lilo. Seit knapp einer Woche ist sie im Hospiz, immer wieder leidet sie unter starker Atemnot. Die engagierte Erlangerin konnte nun noch einmal ihre Wünsche für die Zukunft der Stadt kundtun und von ihrer Liebe für den Dechsendorfer Weiher erzählen.

 

„Das, was hier geleistet wird, ist wichtig um den Kontakt zu den Leuten nicht zu verlieren“, so Dr. Elisabeth Preuß nach ihrem Einsatz bei der Aktion „Rollentausch“. Und genau das sei eine Grundlage für ihre Arbeit als Bürgermeisterin. Gemeinsam mit Hartmut Walter von den Hilfen für Menschen in Wohnungsnot besuchte sie zwei seiner schwierigsten Klienten. Sie weiß: „Es macht einen gewaltigen Unterschied, ob man am Schreibtisch mit den Zahlen agiert oder sich mit allen Sinnen ein Bild macht“. Die Ansprache auf Augenhöhe ist für sie aber eine Selbstverständlichkeit, von Berührungsängsten keine Spur. Einer der Klienten ist Christoph W.*, ein gebildeter Mann. Der 64-Jährige hat studiert und war Geschäftsführer eines Bauunternehmens, dann ist er abgerutscht. Heute lebt er in einer städtischen Verfügungswohnung und ist durch seine schwere Parkinsonerkrankung stark beeinträchtigt. Hartmut Walter unterstützt ihn zum Beispiel bei Arztbesuchen, die er alleine nicht antreten könnte. „Manchmal geht es nur darum, einen weiteren Absturz zu verhindern“, weiß der Sozialwirt. Für die Wertschätzung, die ihm die Bürgermeisterin für seine Arbeit entgegenbringt, ist er dankbar. Das Fazit nach zwei gemeinsamen Hausbesuchen und dem anschließenden langen Gespräch: „Gerne wieder!“.

* Name geändert

Die Diakonie Erlangen bittet Bürgerinnen und Bürger um Spenden: „Erste Hilfe gegen Armut“

Harmut Walter mit seinem Klienten Erich H. (Name geändert) © Diakonie Erlangen

Unter dem Motto „Hinschauen, wo andere wegsehen!“ sammelt die Diakonie Erlangen Spenden für bedürftige Menschen vor Ort. Eingesetzt werden die Spendengelder vor allem, „wenn Hilfe unbürokratisch und schnell benötigt wird“, so Hartmut Walter von den Hilfen für Menschen in Wohnungsnot.

 

ERLANGEN. Wer hierzulande arm ist, erlebt häufig Ausgrenzung oder Vorurteile. „Armut bleibt oft versteckt hinter den eigenen vier Wänden, nicht sichtbar für den Normalbürger“, erklärt Sabine Hornung, Bezirksstellenleiterin und Bereichsleitung der Sozialen Dienste der Diakonie Erlangen. „Die Existenz von Menschen ist zwar gesichert, für ein normales Leben, gesellschaftlich gut integriertes Leben reicht es aber nicht“, weiß Hornung.

 

Armut verfestigt sich

Jedes zehnte Kind unter 15 Jahren ist in Erlangen auf Hartz IV angewiesen. Bereits 5000 Erlangen-Pässe wurden in diesem Jahr ausgestellt. Betroffen sind vor allem Senioren, kinderreiche Familien und Alleinerziehende. Trotz Erwerbsarbeit kommen sie kaum über die Runden. Niedrigste Gehälter und prekäre Arbeitsbedingungen sind Grund dafür. In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der Erwerbsarmen entsprechend verdoppelt. Aber auch chronische Erkrankungen, explodierende Miet- und Energiekosten, geringen Renten und Arbeitslosigkeit führen Menschen in die Armut.

 

Private Spenden dringend gebraucht

Mehrere Beratungs- und Hilfestellen der Diakonie Erlangen unterstützen Betroffene. Private Spendengelder von Erlangerinnen und Erlangern werden in diesen Einrichtungen dringend für unbürokratische Hilfen gebraucht - beispielsweise um Schulmaterialien für Kinder, Medikamentenzuschüsse, Haushaltsgeräte oder orthopädische Hilfsmittel für einkommensschwache Menschen zu finanzieren.  

 

Hilfen für Menschen in Wohnungsnot

 „Wohnen ist das soziale Thema unserer Stadt“, sagte am Donnerstag Bürgermeisterin Dr. Elisabeth Preuß. So arbeitet das städtische Sozialamt eng mit den ,Hilfen für Menschen in Wohnungsnot‘ der Diakonie Erlangen zusammen. Die Stadt stellt Wohnungen für Menschen ohne eigene Bleibe zur Verfügung. Hartmut Walter von der Diakonie betreut Frauen und Männer, die in diesen städtischen, sogenannten Verfügungswohnung leben.  Bei rund 50% seiner Klientinnen und Klienten gelingt es ihm, diese wieder in eigene Wohnungen und Mietverträge zu vermitteln. Das ist aber nur ein Teil seiner täglichen Arbeit. „Es klingt immer so pathetisch“, sagt Walter, „aber zunächst `mal nehme ich Anteil am Schicksal der Leute und gebe den Menschen Würde, die sie selbst kaum mehr empfinden können“. Er weiß, welch trauriges Schicksal sich hinter manchem Elend verbirgt: Gewalt- und Missbrauchserfahrungen, familiäre Schicksalsschläge, akute oder chronische Erkrankungen, Schulden.

 

Bei Erich H.* war es eine schmerzhafte Trennung, die alles ins Rollen brachte: Der gelernte Großhandelskaufmann lebt und arbeitet in Erlangen, als er mit 34 plötzlich aus der Bahn gerät: Eine zunächst verheißungsvolle  Beziehung zerbricht, was der junge Mann „nervlich nicht verkraftet“. Er betäubt sich mit Alkohol, verliert die Kontrolle und schließlich die Arbeit. Nach einem Klinikaufenthalt verliert er seine Wohnung – und damit schließlich alle Sicherheiten. Über die Stadt bekommt er damals eine Verfügungswohnung, meldet sich beim Jobcenter und absolviert zahlreiche Fortbildungen.  Doch es klappt nicht mit einem Job. Erich H.: „Die ganze Situation hat mich psychisch stark mitgenommen“. So wird er rückfällig und begibt sich in der Folgezeit immer wieder in Behandlung. „Wer nicht gleich wieder auf die Beine kommt und schnell den Weg zurück in die Arbeitswelt findet“, das weiß sein Betreuer Hartmut Walter, „der fasst oft schwer wieder Fuß“.

 

Heute spielt Alkohol keine Rolle mehr im Leben von Erich H. Zu schaffen machen ihm aber diverse Krankheiten: Er leidet unter anderem an Osteoporose und kann an manchen Tagen kaum gehen. Ein Antrag auf Erwerbsminderungsrente läuft. Erich H. ist froh über die Hilfe der Diakonie Erlangen: „Ich wüsste ja gar nicht, zu welcher Anlaufstelle ich müsste.“

 

Obwohl Erich H. mit sehr wenig Geld auskommen muss, hört man ihn nie klagen. Er ist ein genügsamer Mensch. Was er sich wünscht? „Dass es besser geht mit der Gesundheit“, und er mal wieder seine Schwester in Hammelburg besuchen könne. Was für andere banal scheint, ist für Menschen mit wenig Geld oft Luxus.

*Name geändert

 

Spendenkonto:

Diakonie Erlangen
IBAN: DE46 7635 0000 0060 0258 74
BIC: BYLADEM1ERH
Sparkasse Erlangen
Stichwort: Armut

Vorständin Gudrun Dreßel wechselt zur Diakonie Mitteldeutschland

Gudrun Dreßel, Vorständin des Diakonischen Werkes Erlangen und der Stadtmission Nürnberg. Bild zur honorarfreien Veröffentlichung freigegeben. © Stadtmission Nürnberg, Stephan Minx

NÜRNBERG.        Die Vorständin des Diakonischen Werkes Erlangen und der Stadtmission Nürnberg, Gudrun Dreßel, wechselt zum 1. März 2019 ins Diakonische Werk der Evangelischen Kirchen in Mitteldeutschland. Das gab die 45-jährige Erziehungswissenschaftlerin und Soziologin, die ihre Vorstandsämter seit August 2016 bekleidet, heute bekannt. Gudrun Dreßel wird in der Diakonie Mitteldeutschland künftig als ,Bereichsleiterin Soziale Dienste‘ u.a. sozialpolitische Aufgaben für den Spitzenverband und im Verbund mit der Freien Wohlfahrtspflege in den Bundesländern Thüringen und Sachsen-Anhalt übernehmen.

 

Gudrun Dreßel: "Ein Wechsel war für mich eigentlich nicht vorgesehen, die Anfrage der Diakonie Mitteldeutschland kam für mich überraschend.“ Nach längerer Abwägung habe sie sich für die Veränderung entschieden. „Mich reizt diese politische Gestaltungsmöglichkeit sehr“, so Gudrun Dreßel weiter.

„Der Stadtmission Nürnberg mit ihren angegliederten Gesellschaften wünsche ich, dass sie auf dem Weg der inneren und äußeren Neuausrichtung gut weitergehen kann“, sagte Dreßel am Montag. Sie sei zuversichtlich, dass man im  Unternehmensverbund gemeinsam gute Konzepte entwickle, die die hervorragende Arbeit für Menschen in den Einrichtungen zukunftsfest machen können."

 

Die Aufsichtsräte der Stadtmission Nürnberg und der Diakonie Erlangen äußerten ihr großes Bedauern über die Entscheidung der scheidenden Vorständin und dankten ihr für ihren bisherigen Dienst im Verbund. „Wir hätten gern weiter mit Frau Dreßel gearbeitet. Ihre Kompetenzen, Fähigkeiten und Ideen haben den Unternehmensverbund bereichert und besonders Arbeit und Ansehen der Stadtmission befördert“, kommentierte der Nürnberger Stadtdekan Dr. Jürgen Körnlein als Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtmission Nürnberg. „Wir respektieren dennoch ihre Entscheidung und wünschen ihr alles Gute für die neue Tätigkeit", so Körnlein weiter.
Zur Zukunft der Stadtmission betonte der Vorsitzende: „Wir werden jetzt mit aller Gewissenhaftigkeit beraten und entscheiden, wie wir auch künftig eine verantwortungsvolle und tragfähige Führungsspitze im Verbund aufstellen.“

 

Die Stadtmission Nürnberg im Verbund mit der Diakonie Erlangen ist ein großer, evangelischer Träger sozialer Einrichtungen in der Metropolregion. In dem Unternehmensverbund sind in 67 Einrichtungen und Diensten sowie 11 Tochtergesellschaften über 1.700 Mitarbeitende beschäftigt.

Podiumsdiskussion Augen öffnen für Armut

Fotos 1-3 ©Susanne Leutsch: Podiumsdiskussion „Haste mal `nen Euro – Armut in Erlangen“ mit (v.l.n.r.) Gertrud König (Tafel Erlangen), Altoberbürgermeister Dr. Dietmar Hahlweg, Diakon Klaus Hiltner (Tagesstätte Willi), Pfarrer Johannes Mann (ev.-ref. Hugenottenkirche, Sonderfonds gegen Armut und Obdachlosigkeit in Erlangen)


Foto 4 ©Peter Leutsch: Ausstellung des Künstlers Bruno Bradt in St. Markus: "Dem Volk ins Gesicht geschaut" – Porträts von Obdachlosen
Foto 5-6 ©Peter Leutsch: Podiumsdiskussion und Ausstellung von Bruno Bradt in St. Markus

Rund 60 interessierte Bürger kamen zur Podiumsdiskussion „Haste mal `nen Euro – Armut in Erlangen“ am 17.10. in die St. Markus Kirche. Gertrud König, Leiterin der Tafel Erlangen, gab Einblicke in die Arbeit der diakonischen Einrichtung. Die Kath. Gemeinde St. Theresia möchte die Tafel nun mit einer regelmäßigen Spendensammlung unterstützen.

 

ERLANGEN. Im Rahmen der Ökumenischen Wochen von St. Markus und St. Theresia fand Mitte Oktober die Diskussionsveranstaltung „Haste mal `nen Euro – Armut in Erlangen“ statt. Um die Fragen der rund 60 erschienenen interessierten Bürger zu beantworten, waren Gertrud König von der Tafel Erlangen, einer Einrichtung der Diakonie Erlangen, Diakon Klaus Hiltner vom Obdachlosentreff Willi sowie Pfarrer Johannes Mann von der ev.-ref. Kirche geladen. Ebenfalls im Podium saß der Künstler Bruno Bradt, dessen eindrucksvolles Werk unter dem Titel "Dem Volk ins Gesicht geschaut" Porträts von Obdachlosen zeigt. Die Gespräche wurden geleitet von Altoberbürgermeister Dr. Dietmar Hahlweg. Unter den Gästen befanden sich die Pfarrer Elisabeth und Erich Reuther und Christian Sudermann von St. Markus sowie der Pfarrer Michael Schüpferling der Kath. Gemeinde St. Theresia. Ebenfalls gekommen war Otto Vierheilig, der ehemalige Leiter des Sozialamtes. Er sprach im Laufe des Abends allen drei Vertretern der geladenen Einrichtungen seinen aufrichtigen Dank und Wertschätzung der Arbeit aus.

 

Bei der Podiumsdiskussion thematisiert wurde auf Grundlage der Erfahrungen der Teilnehmer die Entwicklung der Armut in Erlangen. Betroffen sind demnach besonders Alleinerziehende, Senioren und Menschen, die ein persönliches Schicksal ereilt hat, wie eine chronische Krankheit. Die Tafel Erlangen verzeichnet unter ihren Kunden derzeit auch Geflüchtete, darunter meist große Familien. Erschwerende Faktoren für Armut sind zudem hohe Mietpreise, steigende Nebenkosten und nicht ausreichender sozialer Wohnungsbau.

 

Auf Worte folgen Taten

Gertrud König freute sich über das „sehr aufgeschlossene und interessierte Publikum mit großer Bereitschaft selbst unterstützend tätig zu werden“. Aus dem Treffen resultiert nun auch eine Zusammenarbeit der Tafel Erlangen mit der Kath. Gemeinde St. Theresia. Pfarrer Michael Schüpferling möchte die Einrichtung in Zukunft unterstützen, indem er in der Gemeinde einen Korb zur Sammlung von haltbaren Lebensmitteln für Bedürftige aufstellt und die Waren dann an die Tafel spendet.

 

Jeder Einzelne kann zur Linderung von Armut beitragen. Persönliches soziales Engagement kann ganz unterschiedlich aussehen – und auch vermeintlich kleine Gesten sind wirksam: „Sich bei der gehbehinderten Seniorin in der Nachbarschaft nach dem Befinden erkundigen oder der alleinerziehenden Mutter in der Nebenwohnung eine kleine Hilfestellung anbieten, das hilft den Menschen, aber natürlich auch ehrenamtliches Engagement oder eine Spende können eine Möglichkeit sein, selbst etwas beizutragen“, so König.

Aufsichtsrat der Diakonie neu gewählt

Der neue Aufsichtsrat des Diakonischen Werkes e.V.: (V.l.n.r.) Pfarrer Gunther Barth (Evang.-Luth. Martin-Luther-Kirche), Alexandra Hiersemann (SPD Landtagsabgeordnete), Markus Ristelhuber, Dekan Peter Huschke, Bernhard Horlamus. (Es fehlt: Rainer Warkus).

Anfang der Woche fanden die Aufsichtsratswahlen des Diakonischen Werkes Erlangen e.V. statt. Als neues Mitglied begrüßt die Diakonie  die SPD-Landtagsabgeordnete Alexandra Hiersemann.

 

ERLANGEN, 04.10.2018 - Am Montagsabend fanden die Aufsichtsratswahlen für das Diakonische Werk Erlangen e.V. statt. Der neue Aufsichtsrat wurde von der Mitgliederversammlung auf vier Jahre gewählt. Peter Huschke ist als Dekan des Dekanatsbezirks Erlangen geborenes Mitglied des Aufsichtsrats. Je ein Mitglied wird vom Pfarrkapitel des Dekanatsbezirkes Erlangen und vom Verein Stadtmission Nürnberg e.V. entsandt. Wiedergewählt wurden Markus Ristelhuber und Bernhard Horlamus. Neu gewählt wurde die SPD-Landtagsabgeordnete Alexandra Hiersemann. Sie berichtete, dass die (damals noch) Innere Mission, heute die Diakonie, in ihrer Familie immer einen sehr guten Namen hatte. Zur wichtigsten Aufgabe macht es sich der Aufsichtsrat nun, die stationäre Pflege neu aufzustellen und zukunftsfähig zu erneuern.

 

Das Diakonische Werk Erlangen e.V. ist Träger vielfältiger sozialer Einrichtungen in der Stadt Erlangen und des Landkreis Erlangen-Höchstadt. Vom Beratungsdienst, über die Erlanger Tafel bis zur ambulanten und stationären Pflege und dem Hospiz am Ohmplatz. Mit knapp 500 hauptamtlich und ca. 300 ehrenamtlich Mitarbeitenden ist die Diakonie Erlangen an 17 Standorten für Menschen engagiert. Sie arbeitet nach christlichen Grundwerten: Nächstenliebe, Schutz der Schwachen, Solidarität und soziale Gerechtigkeit.

 

Mindestens viermal im Jahr trifft sich der sechsköpfige Aufsichtsrat. Zu seinen Aufgaben gehört die Aufsicht über den Vorstand, z.B. die Genehmigung des Wirtschaftsplans und der Geschäfte, der Erlass einer Geschäftsordnung für den Vorstand, den Aufsichtsrat und die Geschäftsstelle sowie die Feststellung des Jahresabschlusses und Beschlussfassung über die Verwendung eines etwa erzielten Überschusses.

Mehr als eine warme Mahlzeit

Claudia Steubing, Einrichtungsleiterin (links) mit einem Besucher und Ehrenamtlichen.
Pfarrer Johannes Mann bei der Andacht.

ERLANGEN, 04.10.2018 - Die Bahnhofsmission Erlangen, eine Einrichtung der Diakonie Erlangen, veranstaltete am Dienstag auch heuer ein Herbstfest für ihre Besucher. Rund 35 Bedürftige kamen der Einladung nach und fanden sich im herbstlich dekorierten Calvin-Saal der Hugenottenkirche ein. Ehrenamtliche hatten ein warmes Mittagessen vorbereitet, Kaffee gekocht und Süßes bereitgestellt, um die Männer und Frauen zu verpflegen. Pfarrer Johannes Mann hielt eine Andacht zum Erntedank. Er betonte, dass die Hugenottenkirche immer wieder gerne Gastgeber für die Veranstaltungen der Bahnhofsmission ist und er die Zusammenarbeit sehr schätzt.

 

Mit Armut ist häufig der Verlust sozialer Kontakte verbunden, das merken die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Bahnhofsmission in ihrer täglichen Arbeit. Die Besucher finden in der Einrichtung am Gleis 1 des Erlanger Bahnhofs zwar auch einen Aufenthaltsort in kalten Wintern und bekommen dort eine Verpflegung, manchmal suchen sie aber einfach nach einem Gespräch. „Wenn das Umfeld sich abwendet leiden die Betroffenen sehr“, weiß Einrichtungsleiterin Claudia Steubing. Auch beim Herbstfest geht es daher nicht nur um eine warme Mahlzeit, sondern darum, zusammen zu sitzen, gemeinsam Lieder zu singen und nicht allein zu sein. „Es ist schön, dass das hier möglich gemacht wird, dass man an uns denkt“, bedankte sich eine Besucherin.

Hospiz Erlangen zeigt Herz

Alexander Kulla, Leiter des Hospiz Erlangen

Im Rahmen der offiziellen Woche des bürgerschaftlichen Engagements ist das Hospiz Erlangen dieses Jahr Spendenpartner des dm-Drogeriemarktes in Erlangen und lädt vom 14. bis 22. September ein, Herz zu zeigen.

 

ERLANGEN, 10.09.2018 - Als Spendenpartner des dm-Drogeriemarktes in der Nürnberger Straße 7 informieren Mitarbeitende des Hospizes am 14. und 19. September von 11–14 Uhr im Markt über ihre wichtige Arbeit. Darunter Alexander Kulla, der Leiter des Hospizes: „Mit den Spenden wollen wir Radios für unsere Einrichtung finanzieren. Wenn für Menschen im Alter die Kommunikation schwieriger wird und die Sehkraft nachlässt kann es erleichternd sein, mal nur zuzuhören – ohne große Erwartungen des Gegenübers“. Manchmal sind die scheinbar kleinen Dinge besonders bedeutsam; eine schöne Erinnerungen an früher, zum Beispiel durch eine Fußballübertragung geweckt, kann wie Balsam für  die Seele wirken. Um die Anschaffung des Radios zu realisieren, ist Alexander Kulla für jede Unterstützung dankbar: „Daher freuen wir uns sehr, Spendenpartner der dm-Aktion ‚Herz zeigen!’ zu sein.“

 

Millionen Menschen in Deutschland nehmen sich täglich Zeit, um sich innerhalb der Gesellschaft zu engagieren. Bei der Aktion „Herz zeigen!“ können Kunden und Interessierte im Erlanger dm-Markt in der Nürnberger Straße 7 (neben den ARCADEN) für das Hospiz und ein weiteres lokales Engagement abstimmen. Das Ergebnis der Abstimmung entscheidet über die jeweilige Spendensumme – jedoch wird keine der beiden Organisationen leer ausgehen. „Es ist für uns eine tolle Gelegenheit unsere Arbeit zu präsentieren und in unserem Vorhaben unterstützt zu werden“, sagt Kulla. „Wir hoffen, dass möglichst viele dm-Kunden für uns abstimmen.“

 

„Herz zeigen!“ bei dm-Drogeriemarkt

Menschen, die Herz zeigen und sich für andere in ihrem Umfeld einsetzen, sind unersetzlich und wertvoll für die Gesellschaft. Vom 14. September bis 22. September 2018, der offiziellen Woche des bürgerschaftlichen Engagements, ruft der dm-Drogeriemarkt in den dm-Märkten dazu auf, zwischen jeweils zwei lokal engagierten Spendenempfängern abzustimmen und sich so für eine lokale Organisation einzusetzen. Im Fokus der Aktion steht die Sichtbarmachung des vielfältigen gesellschaftlichen Engagements. Die insgesamt rund 3.800 lokalen Spendenempfänger, denen dm mit dieser Aktion eine Plattform gibt, stehen dabei beispielhaft für den Einsatz vieler Menschen und Organisationen in Deutschland.

 

Das Hospiz Erlangen

Das stationäre Hospiz ist eine gemeinsame Einrichtung des Hospiz Vereins Erlangen e.V. und der Diakonie Erlangen in den Räumen der Diakonie am Ohmplatz. Im Hospiz Erlangen betreuen speziell geschulte Pflegekräfte, eine Seelsorgerin, ein Musiktherapeut, eine Kunsttherapeutin und ehrenamtliche Hospizbegleiter/innen Menschen, deren Krankheit so weit fortgeschritten ist, dass eine Heilung ausgeschlossen ist. Die Einrichtung bietet schwerkranken und sterbenden Menschen, die daheim nicht mehr betreut werden können, ein letztes Zuhause. Fachkundige Pflege und ein wertschätzender Umgang schaffen eine Atmosphäre der Sicherheit und Geborgenheit.  Die Gäste des Hospiz verbringen die ihnen verbleibende Zeit selbstbestimmt und würdevoll. Das Hospiz steht allen Menschen offen – unabhängig von ihrer Weltanschauung und ihrer religiösen bzw. spirituellen Überzeugung.

 

Zum dm-Drogeriemarkt

Sich in der Gesellschaft einzubringen und diese positiv mitzugestalten, gehört zum Selbstverständnis von dm-Drogeriemarkt. Für sein nachhaltiges Engagement erhielt das Unternehmen bereits den Deutschen Nachhaltigkeitspreis und den Deutschen Kulturförderpreis. Wichtigster Baustein des bürgerschaftlichen Engagements sind unterstützende Aktivitäten für regionale und lokale Initiativen im Umfeld der dm-Märkte.

Tafel Erlangen unterstützt benachteiligte Kinder mit der Aktion Schulmaterial

(V.l.n.r.:) Erika Moertel (ehrenamtliche Mitarbeiterin der Tafel), Fabian Lunz (Auszubildende der Kaspar Röckelein KG), Gertrud König (Leiterin der Tafel Erlangen), Ute Röckelein (Firmeninhaberin der Kaspar Röckelein KG), Anna Wüst, Vanessa Neuner, Lisa Fortmüller, Marina Leicht (alle vier Auszubildende der Kaspar Röckelein KG) bei der Anlieferung der Schulmaterial-Sets.
(V.l.n.r.:) Siglinde Höps-Irlinger, Dietrich Söhndel, Manfred Eggert, Ebrahim Mirbagheri, Waltraud Hettler (Ehrenamtliche der Tafel Erlangen) Gertrud König (Leiterin der Tafel Erlangen) bei der Übergabe der Scout-Schulränzen.
Die Ehrenamtlichen Erika Moertel, Paul Degner, Theresia Sandmeier und Jutta Wildner mit den Scout-Schulränzen

ERLANGEN, 30.08.2018 - Die Tafel Erlangen, eine Einrichtung der Diakonie Erlangen, startet ihre Aktion Schulmaterial. Kinder aus Familien, für die der Schulstart im September eine finanzielle Herausforderung darstellt, erhalten in den Ausgabestellen der Tafel Erlangen Scout-Schulranzen und fertig gepackte Schultüten.

 

Zur Tafel Erlangen kommen einkommensschwache Menschen, deren Geld kaum für das Nötigste reicht. Die Ausstattung von ABC-Schützen mit dem für die Einschulung notwendigen Material ist teuer und bringt zahlreiche Eltern in echte Engpässe. „Wir möchten bedürftigen Kindern und deren Familien auf dem Weg in einen neuen Lebensabschnitt helfen“, so Gertrud König, Leiterin der Tafel Erlangen, „der Schulstart soll für alle ein fröhliches Ereignis sein“. Deshalb geben die drei Tafel-Ausgabestellen Anfang September ausnahmsweise nicht nur Lebensmittel, sondern Schultüten, Schulranzen und Material wie Stifte, Blöcke, Zirkel und vieles mehr aus.

 

Großzügige Sponsoren ermöglichen die Aktion

Möglich ist die Aktion Schulmaterial dank mehrerer Unterstützer: Der Verein Sternstunden ist Sponsor der hochwertigen Scout-Schulranzen. In einer privaten Eigeninitiative sammelten Alexander Appel, Evelyne Sauerbeck und Kerstin Wolksi 61 Schultüten und übergaben sie – für Mädchen und Jungen unterschiedlich gepackt – an die Tafel Erlangen. Auch an größere Schulkinder wurde gedacht: Gemeinsam mit den weiteren Förderern Kaspar Röckelein KG, HAAS Bürobedarf & Schreibwaren KG, den „Leos“ Erlangen (dem Nachwuchs des Lions Clubs) und dem Verein zur Förderung der Erlanger Tafel e.V. konnten Schulmaterial-Sets zusammengestellt werden. Bei der Anlieferung der Kisten und Pakete durch die Kaspar Röckelein KG packten die vier Auszubildenden und Firmeninhaberin Ute Röckelein fleißig mit an. „Heute bekommen die Kinder ja eine Liste mit allem, was sie für das Schuljahr brauchen, das summiert sich schnell“ weiß Röckelein aus eigener Erfahrung, „nicht jeder kann das aus eigener Tasche leisten, deshalb war es für uns selbstverständlich, die Aktion wieder zu unterstützen“.

 

Wann, wo und an wen erfolgt die Ausgabe?

Die Tafel Erlangen wird die gepackten Schultüten, die Schulranzen und Schulmaterial-Sets an ihre Kunden ausgeben. Die Ausgabe erfolgt ab September während der Ausgabezeiten in Erlangen (Schillerstraße 52a), Büchenbach (Frauenauracher Str. 1a) und Herzogenaurach (Kantstraße 17).

 

Bedürftige Familien, die Bedarf an einem Schulranzen haben aber keinen Tafelausweis besitzen, melden sich bitte unter Vorlage der Schulanmeldung unter

Telefon: 09131/ 6301-129

Email:  tafel(at)diakonie-erlangen.de

 

Nach Vereinbarung kann die Ausgabe in der Diakonie Erlangen, Raumerstr. 9, 91054 Erlangen erfolgen.

Azubis der Jugendwerkstatt Erlangen absolvieren erfolgreich ihre Ausbildung

Martin Böller, Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung Erlangen (Mitte) mit Einrichtungslei-ter Wolfgang Gremer (3.v.l.) sowie Auszubildenden der Jugendwerkstatt, einer Einrichtung der Diakonie Erlangen. Im Hintergrund der neue Schulungsbildschirm.


Auszubildende der Jugendwerkstatt bei der Arbeit an ihren Abschlusswerkstücken.

ERLANGEN, 06.08.2018 - In der Jugendwerkstatt Erlangen, einer Einrichtung der Diakonie Erlangen, ging Ende Juli das Ausbildungsjahr erfolgreich zu Ende. Alle sechs zur Prüfung angetretenen Auszubildenden haben ihre Lehre bestanden. Ins neue Ausbildungsjahr geht es mit einem neuen Schulungsbildschirm, der Dank einer Spende der Bürgerstiftung Erlangen angeschafft werden konnte.

 

Jugendwerkstatt Erlangen – Ausbildung. Arbeit. Leben.

Auf Hochtouren schliffen, hobelten und schraubten die Auszubildenden im Juli an ihren Abschlusswerkstücken. Über drei Jahre hinweg wurden die Jugendlichen zu Schreiner/-innen und Fachpraktiker/-innen für Holzverarbeitung ausgebildet. Jetzt mussten sie sich vor dem Prüfungsausschuss der Schreinerinnung beweisen. Die Lehrlinge planen, kalkulieren und fertigen ihre Abschlusswerkstücke ohne fremde Hilfe. In diesem Jahr sind darunter ein Schreibtisch, ein Nachttisch und ein Sideboard aus Ahorn und Nussbaum. „Ich habe mich für  ein Kästchen entschieden, da ich lieber kleinere Dinge baue“, erzählt Marietta, eine der Auszubildenden des Abschlussjahrgangs. Während der Ausbildung hat die 18-Jährige einiges fürs Leben mitgenommen: „Ich habe gelernt zu improvisieren, kreativer zu werden und ich bin selbstbewusster geworden“.

 

Die pädagogisch geschulten Ausbilder und die pädagogische Fachkraft der Jugendwerkstatt lehren während der Ausbildung nicht nur Fachliches, sondern vermitteln auch Handlungskompetenz und Schlüsselqualifikationen. Denn viele der jungen Menschen, die hierher kommen, hatten es in ihrem bisherigen Leben nicht leicht. Es besteht individueller Förderbedarf, für den es hier die Zeit gibt. In anderen Betrieben steht die Wirtschaftlichkeit an erster Stelle, die Jugendwerkstatt verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. „Wir wollen den jungen Leuten mit der Ausbildung eine Basis mitgeben, die ihnen hilft, ihr Leben zu gestalten – das fängt an bei Pünktlichkeit, Höflichkeit und dem sozialen Umgang miteinander“, erzählt Wolfgang Gremer, der Leiter der Einrichtung. Die jungen Erwachsenen werden dort abgeholt, wo sie sind. „Das ist bei uns keine Floskel“, beteuert Gremer „wir arbeiten Defizite auf, kompensieren negative Lebenserfahrungen und stabilisieren die Jugendlichen in ihrer Persönlichkeit“. Das Zwischenmenschliche hat in der Jugendwerkstatt eine besondere Stellung, ob im Umgang untereinander oder zwischen den Auszubildenden und den Vorgesetzten. Die Azubis schätzen die angenehme Atmosphäre in der Jugendwerkstatt. Ob sie etwas vermissen werden nach der Ausbildung? „Die Sozialpädagogin der Jugendwerkstatt – mit ihr konnte man wirklich über alles reden und sie kümmert sich um die Azubis“ erzählt Marietta*. Für ihre Zukunft hat sie noch einige Ideen: „Ich habe mir überlegt, entweder in den Messebau zu gehen oder nach München zu ziehen um Restauration zu studieren“. In den Abschlussstress mischte sich bei den Lehrlingen etwas Wehmut. Neben allem, was sie für das Handwerk gelernt haben, sind sie dankbar für die Wertschätzung und Förderung, die sie als Mensch bekommen haben.

 

Dank Bürgerstiftung Erlangen neuer Bildschirm für Schulungen

Bei einem Besuch in Eltersdorf überbrachte Martin Böller, Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung 1.250 Euro zur Anschaffung eines hochwertigen Schulungsbildschirmes. „Die hervorragende Arbeit der Jugendwerkstatt kennen und schätzen wir schon seit längerem“, so Martin Böller. Und unterstreicht: „Die Bürgerstiftung fördert möglichst konkrete Projekte und Anschaffungen. Dass wir mit dem Bildschirm jungen Menschen, die sonst nur sehr schwer Chancen auf einen Ausbildungsplatz haben, gezielt helfen können, passt wunderbar!“. Sichtlich angetan davon zeigte sich Einrichtungsleiter Wolfgang Gremer: „Auch in der Ausbildung zum Schreiner bzw. Fachpraktiker für Holztechnik sind immer mehr Bereiche digitalisiert – so vor allen der Fachunterricht, fachkundliche Inhalte und der gesamte Bereich der Konstruktionszeichnungen. Dabei hilft uns nun der  Schulungsbildschirm ungemein“.

* Name geändert

Tag der Bahnhofsmission unter neuer Leitung war ein großer Erfolg

Bürgermeisterin Dr. Elisabeth Preuß begrüßte die neue Leiterin der Bahnhofsmission Claudia Steubing.

ERLANGEN. Am gestrigen Mittwoch empfingen Claudia Steubing, die neue Leitung der Bahnhofsmission Erlangen, und ihre Mitarbeitenden beim Tag der Bahnhofsmission im Erlanger Bahnhof Passanten, Interessierte und natürlich ihre Klienten mit Kaffee und Kuchen, einem Glücksrad, Informationsmaterial, Musik und guter Laune. „Die Aktion war ein voller Erfolg, wir haben sogar mehrere neue Interessenten für ein Ehrenamt“, freut sich Steubing. Seit April leitet sie die Bahnhofsmission in Erlangen und hat sich bereits gut eingelebt: „Ich habe hier ein tolles, motiviertes Team hinter mir, dafür bin ich sehr dankbar“. Viele Ehrenamtliche sind schon seit vielen Jahren dabei. Um die Arbeit der Bahnhofsmission zu erhalten, sind neue ehrenamtliche Mitarbeitende laufend willkommen.

 

An ganz normalen Tagen fungiert die Bahnhofsmission nicht nur als Anlaufstelle für Reisende, die eine Hilfestellung brauchen, sondern auch als niederschwelliges Angebot für Menschen, die kein Zuhause oder einfach Gesprächsbedarf haben. „Viele unserer Stammkunden stecken in sozialen Schieflagen, finden keine Arbeit oder sind sogar wohnungslos. Wir haben für jeden ein offenes Ohr“, so Claudia Steubing. Die 54-Jährige studierte im Rheinland Sozialpädagogik und Theologie bevor sie 2002 mit ihrem Mann nach Erlangen zog. Ihre Motivation und Energie für ihre Tätigkeit zieht die vierfache Mutter aus ihrem Glauben: „Jesu bedingungslose Liebe für jeden Einzelnen ist für mich Vorbild im Umgang mit jedem unserer Besucher“.

 

Die Bahnhofsmission Erlangen befindet sich seit 1954 unter der Trägerschaft des Diakonischen Werkes Erlangen. Die Wärmestube der Bahnhofsmission bietet von Armut Betroffenen eine sichere Anlaufstelle, ein seelsorgerische Gespräch und gegebenenfalls die Weitervermittlung an andere soziale Einrichtungen. Ziel ist es, Menschen in ihrer konkreten Lebenssituation unbürokratisch und unentgeltlich Hilfestellung zu geben.

Einladung zum Tag der Bahnhofsmission Erlangen

Mittwoch, 16. Mai 2018 | 10:00-13:00 Uhr
Bahnhof Erlangen | Bahnhofshalle
Bahnhofsplatz 1 | 91054 Erlangen

 

ERLANGEN.   Offene Türen für alle, Unterstützung bei Bahnreisen und Beratung oder Hilfe in Notlagen bieten die Bahnhofsmissionen in über 100 Städten jeden Tag. Am 16. Mai von 10 bis 13 Uhr wird der Bahnhof Erlangen beim Tag der Bahnhofsmission zu einem besonderen Ort der Begegnung. Mit Kaffee und Kuchen, einem Glücksrad und reichlich Informationsmaterial über ihre Arbeit begrüßt die Bahnhofsmission in Erlangen Interessierte und Gäste in der Bahnhofshalle. „Jeder ist bei uns willkommen: interessierte Erwachsene und Kinder, Reisende, die zufällig hängenbleiben, Menschen, die Hilfe suchen und solche, die sich ein Ehrenamt vorstellen können“, so die neue Leiterin Claudia Steubing – „das gilt natürlich nicht nur für diesen besonderen Tag“, fügt sie hinzu „unsere Mitarbeitenden stehen den Besuchern zu unseren Öffnungszeiten immer wochentags von 9 bis 14 Uhr mit Rat und Tat zur Seite“.

 

Die Bahnhofsmission Erlangen – immer ein offenes Ohr

Die Bahnhofsmission fungiert als Anlaufstelle für alle Reisenden, die eine Hilfestellung brauchen. Seien es Auskünfte, Hilfen beim Ein- oder Aussteigen, ein Platz zum Wickeln, eine Tasse Tee oder ein belegtes Brot. Gerade ältere und behinderte Menschen freuen sich über Hilfen beim Ein- und Aussteigen. Die Bahnhofsmission widmet sich auch sozialen Problemgruppen. Die Präsenz am Gleis und das seelsorgerische Gespräch, die Beratung und gegebenenfalls die Weitervermittlung an andere soziale Einrichtungen sind die größten Arbeitsschwerpunkte. Das Ziel ist es, Menschen in ihrer konkreten Lebenssituation unbürokratisch und unentgeltlich Hilfestellung zu geben.

Seit 1954 befindet sich die Bahnhofsmission Erlangen unter der Trägerschaft des Diakonischen Werkes Erlangen im Südteil (am Gleis 1) des Bahnhofs, bestehend aus einer kleinen Wärmestube mit angrenzendem Mitarbeiterbereich und kleinem Mitarbeiterbüro.

 

Bahnhofsmissionen sind Knotenpunkte des sozialen Netzes

Die Bahnhofsmissionen sind mit ihren mehr als 2.300 haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden zentrale Knotenpunkte des sozialen Netzes in den Städten und an den Bahnhöfen. Die lokalen Einrichtungen bieten von Armut Betroffenen einen sicheren Tagesaufenthalt und organisieren schnelle Unterstützung in Notlagen. „Über drei Viertel der Nutzerinnen und Nutzer unserer Bahnhofsmissionen sind unmittelbar von Armut bedroht, haben häufig keine Arbeit und keine Wohnung.“ so Christian Bakemeier, evangelischer Bundesgeschäftsführer der Bahnhofsmission, einer ökumenischen Einrichtung der katholischen und evangelischen Kirche.

 

Die Bahnhofsmission Erlangen lädt am Mittwoch, 16. Mai 2018, von 10-13 Uhr zum Tag der Bahnhofsmission in die Bahnhofshalle ein.

Es besteht die Möglichkeit für Bild- und Tonaufnahmen.
Interviewanfragen richten Sie bitte an: anna.thiel@diakonie-erlangen.de.

20 Jahre Tafel Erlangen in Büchenbach: Eine Fotoausstellung bietet Einblicke

Anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Ausgabestelle Büchenbach der Tafel Erlangen wird ab dem 19. April im Stadtteilhaus Bürgertreff Isar 12 eine Fotoausstellung zur Arbeit der Tafel gezeigt.

 

ERLANGEN. Am 19. April um 17 Uhr wird im Stadtteilhaus Bürgertreff Isar 12 eine Fotoausstellung zur Arbeit der Tafel anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Ausgabestelle Büchenbach eröffnet. Bis zum 10. September kann die Ausstellung kostenlos von Montag bis Freitag 8.00 bis 17.00 Uhr besucht werden.

 

Gezeigt werden unter anderem die Werke des Erlanger Fotografen Dr. Robert Taud. Die Fotografien geben einen Einblick in die Logistik und Organisation der Tafel und fangen den Alltag der engagierten ehrenamtlichen Mitarbeiter ein. „Meine Bilder erzählen von der Kette von Empfangen, Sammeln, Aufbereiten bis hin zum Weitergeben der Lebensmittel“, erklärt Taud, der  mit seinen fotografischen Impressionen auch den Unterstützern und Spendern danken möchte. Bereits seit 15 Jahren ist er selbst ehrenamtlich bei der Tafel tätig.

 

Die Nachfrage in Büchenbach war von Anfang an groß

 

„Diakonisches Werk jeden Samstag direkt im sozialen Brennpunkt“ schrieben die Erlanger Nachrichten am 30. November 1998, im Gründungsjahr der Ausgabestelle Büchenbach. „Die Zahl der Nutzer ist damals schnell gestiegen, denn der Bedarf in dem Stadtviertel war und ist groß“ berichtet Gertrud König, die Leiterin der Tafel Erlangen. In den statistischen Bezirken der Stadt Erlangen „Büchenbach Nord“ und “Büchenbach Dorf“  sind die sozialen Belastungslagen hoch: Im Vergleich zur Gesamtstadt werden hier durchschnittlich doppelt so hohe Bezugsquoten von Sozialleistungen verzeichnet. 22 Prozent der Kinder unter 15 Jahren sind in diesen Bezirken auf Hartz IV angewiesen (Gesamtstadt: zehn Prozent), mehr als ein Viertel der Familien sind Alleinerziehende, bei über 90 Prozent handelt es sich um Mütter mit mindestens einem Kind.* Derzeit unterstützt die Tafel Erlangen in der Ausgabestelle Büchenbach 296 Personen, davon 126 Kinder (43%) und 170 Erwachsene (57%), von diesen sind 42 Personen Rentner (25%).

Spendenaktion „Kultur für alle!“ der KulturTafel Erlangen

(v.l.n.r.) Juliane Siegel (Leiterin der KulturTafel Erlangen), Dr. Elisabeth Preuß (Bürgermeisterin der Stadt Erlangen und Schirmherrin der KulturTafel), Elvira T. (Name geändert; Kundin der KulturTafel), Pfarrer Matthias Ewelt (Vorstandssprecher der Diakonie Erlangen)

 „Kultur für alle!“ lautet die Spendenaktion der Diakonie Erlangen zugunsten der KulturTafel Erlangen. Diese vermittelt seit 2014 Restkarten von Veranstaltungen in der Region an bedürftige Personen. Das Ziel ist es, auch Menschen mit kleinem Geldbeutel die Teilhabe am kulturellen Angebot und somit am kulturellen und gesellschaftlichen Leben der Stadt zu ermöglichen.

 

ERLANGEN. Beim Fernwehfestival von fremden Ländern träumen, im Theater oder Kino in andere Welten eintauchen, beim Fußballspiel mitfiebern. Erlangen ist reich an Kultur- und Freizeitangeboten, aber längst nicht jeder kann sie sich leisten. Rund 5000 ErlangenPässe wurden im Jahr 2017 ausgestellt oder verlängert, jedes zehnte Kind unter 15 Jahren ist in Erlangen auf Hartz IV angewiesen. Armut ist eine Lebenslage, die jeden treffen kann. Prekäre Arbeitsverhältnisse, in die Höhe schnellende Miet- und Energiekosten, chronische Erkrankungen und geringe Renten können Ursachen sein und Betroffene nicht nur ins finanzielle, sondern auch ins gesellschaftliche Abseits drängen. „Vor allem Kinder sind oft von Anfang an abgeschnitten“, so Pfarrer Matthias Ewelt, Vorstandssprecher der Diakonie Erlangen. Die Teilhabediskussion müsse im Hinblick auf die Chancengleichheit auch Kultur und Bildung in den Blick nehmen. „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein“ – so lautet der Slogan der KulturTafel Erlangen. Mit der Aktion „Kultur für alle!“ bittet die Diakonie Erlangen um Spenden für die KulturTafel.

 

Die KulturTafel der Diakonie Erlangen hat es sich zur Aufgabe gemacht, kostenfreie Restkarten an Menschen zu vermitteln, die sie sich nicht oder nur schwer aus dem eigenen Geldbeutel leisten können. Ziel ist es, ihnen so die gleiche Chance auf Bildung und die Teilhabe am kulturellen Leben in Erlangen zu ermöglichen. Seit dem Start der KulturTafel im Juni 2014 haben sich inzwischen mehr als 500 Personen angemeldet, wobei der Anteil an Kindern rund 40% beträgt. Über 60 Veranstalter unterstützen die KulturTafel, knapp 5000 Eintrittskarten wurden bisher in Summe vermittelt. Zu den Abnehmern der Karten gehören alleinerziehende Mütter und Väter, Menschen mit Grundsicherung, Kinder und Jugendliche aus armen Familien, Asylbewerberinnen und -bewerber, Menschen mit Behinderung, bedürftige Seniorinnen und Senioren.

 

„Es ist ein unsägliches Vorurteil, dass Menschen, die von Armut betroffen sind, kein Interesse an Kultur haben“, so Dr. Elisabeth Preuß, Bürgermeisterin und Schirmherrin der KulturTafel, „das zeigt sich schon allein durch den großen Erfolg der KulturTafel“. Man dürfe nicht den Blick dafür verstellen, dass manche Menschen, deren Einkommen knapp über der Grenze zur Berechtigung für Sozialhilfe liege, nach den monatlichen Fixkosten weniger Geld zur Verfügung haben als jemand, der finanzielle Hilfen vom Amt erhält. Das Vorliegen einer Bedürftigkeit wird bei der KulturTafel ganz individuell geprüft. Ein gängiger Nachweis ist der ErlangenPass, aber auch Interessierte aus dem Umland können sich bei der KulturTafel anmelden. Manchmal fühlt sich Juliane Siegel, Leiterin der KulturTafel, wie eine „Glücksfee“: „Ich bekomme so viel zurück von den Menschen, wenn ich ihnen die kostenlosen Eintrittskarten übergebe“. Fünf Ehrenamtliche helfen bei der Organisation.

 

Eine derer, die das Angebot für sich und ihre Kinder bereits langjährig und begeistert nutzen, ist Elvira T.*. Von ihrem trinkenden und manisch depressiven Mann ist sie getrennt, um sich und ihre Familie zu schützen. Elvira T. ist alleinerziehende Mutter dreier Kinder im Alter von 16, 18 und 20 Jahren. Ihr ältester Sohn ist schwerbehindert und muss beatmet werden. Die Pflege rund um die Uhr kostet Kraft und Geld. Die KulturTafel ermöglicht ihr und ihren Kindern wertvolle Erlebnisse. „Ich wollte schon immer gerne mal in die Oper, aber mein Mann hat immer gesagt, sowas ist nichts für uns, das ist für die gebildeten und reichen Menschen – für die anderen“, so Elvira T.. Nach der Trennung erfuhr sie über das Jugendamt von der Tafel, dort wies man sie auf das Angebot der KulturTafel hin. Die Einrichtungen der Diakonie Erlangen sind gut vernetzt und empfehlen sich bei Bedarf weiter. Inzwischen nutzen Elvira T. und ihre Kinder das Angebot regelmäßig. Die Liste der besuchten Veranstaltungen ist lang: Die lange Nacht der Wissenschaften, das Figurentheaterfestival, Sportveranstaltungen, viele Konzerte und sogar den Wunsch, eine Oper zu besuchen, hat Elvira T. sich erfüllen können. „Wir nehmen alles, was keiner will – für mich ist das wie Psychotherapie“ erzählt sie und lacht. Ein paar Stunden abschalten, das sei einfach gut für die Seele. Auch an ihren Kindern beobachtet sie positive Entwicklungen. „Sie bekommen neue Perspektiven und wachsen daran“, so die dreifache Mutter, „ich bin so dankbar für das Angebot“. Für Elvira T. waren manche Veranstaltungen schlicht unerschwinglich.

 

Trotz der großen Bereitschaft der Veranstalter, Eintrittskarten zur Verfügung zu stellen, kostet der laufende Betrieb der KulturTafel Geld, wie etwa für die Organisation und Koordination der ehrenamtlichen Vermittler, Werbung und Telefonkosten. Bisher können auch noch nicht alle Kulturbereiche abgedeckt werden, sodass z. B. Karten für Kino oder Kinderveranstaltungen mit zweckgebundenen Spenden zugekauft werden. Mit der Aktion „Kultur für alle! Die KulturTafel Erlangen“ bittet die Diakonie Erlangen um Spenden.

 

Spendenkonto:            

Diakonie Erlangen

IBAN: DE46 7635 0000 0060 0258 74

BIC: BYLADEM1ERH

Sparkasse Erlangen Höchstadt Herzogenaurach

Stichwort: Kultur für alle

Leidenschaft trifft Leidenschaft – Diakonie feiert und dankt mit Wulli Wullschläger und Sonja Tonn

Wulli Wullschläger und Sonja Tonn

Pfarrer Matthias Ewelt, Vorstandssprecher

Die Diakonie Erlangen lud am vergangenen Sonntag Ehrenamtliche, Unterstützer, Spender und Mitarbeitende zu der Veranstaltung „Diakonie feiert und dankt“ in die Matthäuskirche ein.  Wulli Wullschläger und Sonja Tonn begeisterten die Gäste mit einem zugleich heiteren und bewegenden Konzert.

 

ERLANGEN.   „Da geht einem das Herz auf“, schwärmte eine Ehrenamtliche und meinte das Konzert von Wulli Wullschläger und Sonja Tonn in der Matthäuskirche in Erlangen. Am ersten Märzwochenende lud die Diakonie Erlangen hier zu der Veranstaltung Diakonie feiert und dankt ein und bedankte sich damit bei engagierten Menschen im Dekanatsbezirk für ihre Unterstützung. Ehrenamtlich Mitarbeitende in Diakonie und Kirche, Unterstützer und Freunde unserer Diakonie, Spenderinnen und Spender kamen der Einladung nach und füllten die sonnendurchflutete Kirche beinahe bis zum letzten Platz. Zu den Gästen zählten auch der Dekan des evang.-luth. Dekanatsbezirks Erlangen Peter Huschke, Annekathrin Preidel, Präsidentin der Landessynode, Stadtrat Philipp Dees,  Bezirksrätin Gisela Niclas und Alexandra Hiersemann, Mitglied des bayerischen Landtags.

 

Was diesen frühlingshaften Sonntag prägte, war Leidenschaft. Zum einen die Leidenschaft, von der Pfarrer Matthias Ewelt in seiner Andacht sprach – nämlich jene, die von den Gästen der Feier durch ihr Handeln und ihren Einsatz gelebt und weitergetragen wird. Zum anderen erfüllten Wulli Wullschläger und Sonja Tonn den Raum ganz und gar mit ihrer Leidenschaft für die Musik. Mit zwei Gitarren, einer Ukulele und zwei Stimmen boten die beiden ein mitreißendes und abwechslungsreiches Programm – mal ruhig, mal rockig, heiter und berührend zugleich  – bis sie auch dem Letzten ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hatten. Mit Songs wie You’ve got a friend von James Taylor, Here comes the sun von den Beatles, One moment in time von „der Houston Whitney“ und Sonja Tonns Erlebnisbericht Naggert vor der Autotür zeigten sie die ganze Bandbreite ihres Repertoires. Wer noch keine Gänsehaut hatte, als die Musiker und das Publikum gemeinsam Halleluja von Leonhard Cohen anstimmten, der hatte sie spätestens beim letzten Lied der Zugabe, als sich das sympathische Duo in die Mitte der Gäste mischte und mit Gute Nacht Freunde von Reinhard Mey einen bewegenden Konzertabschluss bot.

 

Bei einem Imbiss im Gemeindehaus nebenan kamen Ehrenamtliche, Spender und Mitarbeitende anschließend zusammen um sich in geselliger Atmosphäre auszutauschen und Bekanntschaften zu schließen. Das einladende Buffet der Service AKTIV GmbH sorgte für das leibliche Wohl der Gäste.

 

Im Rahmen der Veranstaltung wurde unter dem Leitsatz Der Mensch lebt nicht vom Brot allein erfolgreich für die Kulturtafel gesammelt. Kein Wunder nach einem Abend, der so lebhaft beweisen konnte, wie viel Kraft, Inspiration und Motivation eine solche Veranstaltung bewirken kann!

Demenzbetreuung unterstützt

(v.l.) Dr. Wilhelm Polster, Karoline Kopp, Jochen Nußbaum

Manfred-Roth-Stiftung gibt fast 4.000 Euro /

Freie Plätze in Demenzgruppe

 

Erlangen, 12.12.2017 – Nach den guten Erfahrungen im Bodelschwingh-Heim ist vor einigen Monaten eine weitere ambulante Demenzgruppe eröffnet worden. Sie trifft sich am Dienstagnachmittag in Räumen der Diakonie Sophienstraße. Die Gruppe wird derzeit von sechs Personen besucht und von Karoline Kopp geleitet. „Die Angehörigen sind bei einer Demenz immer die Leidtragenden“, weiß die 51jährige Fachkraft für Gerontologie. Während der Betreuung haben die Angehörigen ein paar Stunden Zeit für Einkäufe, Arztbesuche oder einen Friseurtermin.

 

Die „Manfred-Roth-Stiftung“ unterstützt die Demenzgruppe der Diakonie Erlangen mit einer Spende in Höhe von 3.950 Euro. Den Spendenscheck hat Stiftungsvorstand Wilhelm Polster (am Dienstag, 12. Dezember) persönlich überreicht.

 

Die gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Fürth geht auf Manfred Roth zurück, den vor sieben Jahren verstorbenen Gründer des Lebensmitteldiscounters „Norma“. Polster und Roth waren seit ihrer Schulzeit eng befreundet. Neben der medizinischen Forschung und Wissenschaft fördert die Stiftung diakonische und karitative Projekte für Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind.

 

„Mit der Spende der Manfred-Roth-Stiftung sind der Aufbau und der Betrieb der zweiten Demenzgruppe für die nächste Zeit gesichert“, freut sich Jochen Nußbaum, der Spender- und Förderbetreuer der Diakonie Erlangen. Die Leiterin der Demenzbetreuung, Kopp, fügt hinzu, dass es gegenwärtig noch einige freie Plätze gebe: „Die Kosten können über die Entlastungsleistungen der Pflegeversicherung abgerechnet werden.“ Dafür stünden monatlich 125 Euro zur Verfügung.

 

Angehörige, die mehr Informationen brauchen, wenden sich an:

 

Ambulante Demenzbetreuung der Diakonie Erlangen

Klostermühlstraße 2, 91056 Erlangen-Frauenaurach

Telefon: 09131 6301 520

 

 

Nürnberger Christkind in der Jugendwerkstatt der Diakonie Erlangen

Das Nürnberger Christkind Rebecca Ammon mit der Auszubildenden Jacqueline Saffer
Einrichtungsleiter Wolfgang Gremer und das Christkind

Erinnerungen an Christkind-Erlebnisse zu Weihnachten

 

Erlangen, 4.12.2017 – Sie ist die derzeit wichtigste Botschafterin der Weihnachtsstadt Nürnberg: Die 17-Jährige Schülerin Rebecca Ammon ist seit diesem Freitag das „Nürnberger Christkind“. Am Montag (4.12.) hat sie die „Jugendwerkstatt“ der Diakonie Erlangen in Stadtteil Eltersdorf besucht. Bereits mit großer Routine spricht sie den Prolog des Christkinds. Für das Personal und die 14 Auszubildenden der Jugendwerkstatt ist der Besuch eine willkommene Abwechslung in der Adventszeit.

 

Jacqueline Saffer wird im dritten Lehrjahr zur Schreinerin ausgebildet. Die 18-Jährige erinnert sich gern an ihre Kindheit: „Wenn du nach der Kirche nach Hause kommst, ist auch das Christkind da."  Das waren die Worte ihrer Mutter am Heiligen Abend. Wenn es dann aber die Geschenke gab, war das Christkind schon weiter geflogen. Erst jetzt trifft sie es das erste Mal.

 

Heilig Abend durchgeplant

 

Gemeinsam mit dem Nürnberger Christkind ist dann noch Zeit für eine Weihnachtserzählung bei Plätzchen, Lebkuchen und alkoholfreiem Glühwein. Für Christkind Rebecca Ammon ist der Heilige Abend bereits durchgeplant: Um 14 Uhr nimmt sie an einem Gottesdienst der Stadtmission in der Mittelhalle des Nürnberger Hauptbahnhofs teil. Anschließend geht’s zur Obdachlosenweihnacht der evangelischen Innenstadtgemeinden im Haus „eckstein“. Danach aber freut sie sich auf die private Weihnachtsfeier. „Mit der Familie essen, Weihnachtslieder singen und dann gibt es die Geschenke“, erzählt die 17-Jährige. „Ganz traditionell steht am 1. Feiertag eine Gans auf dem Tisch.“

 

Die erste persönliche Begegnung mit dem Christkind ist es in der Jugendwerkstatt auch für Vorstandssprecher Matthias Ewelt. „Bei uns in der Familie war das Christkind immer etwas Geheimnisvolles“, erinnert sich der Theologe an seine Kindertage. „Das Wohnzimmer durften nur die Eltern betreten. Zur Bescherung war das Christkind dann schon wieder weg.“ Eine Enttäuschung, die der kleine Matthias wohl mit Millionen anderer Kinder am Weihnachtsabend geteilt hat.

 

Gute Chancen auf einen Arbeitsplatz

 

In der Jugendwerkstatt der Diakonie Erlangen werden junge Menschen, die von Arbeitslosigkeit betroffen waren,  zum Schreiner und Holzfachwerker ausgebildet. Einrichtungsleiter Wolfgang Gremer und sein Mitarbeiter-Team sind ein bisschen stolz darauf, dass rund 80 Prozent der Auszubildenden anschließend auf einen Arbeitsplatz vermittelt werden können. Jacqueline Saffer, die in rund sechs Monaten ihre Gesellenprüfung als Schreinerin ablegen wird, hat daher gute Aussichten in ihrem gelernten Beruf auch einen Job zu finden.

Autor: Paul Schremser 

 

 

 

„Für diese Arbeit brauchst du Humor“

Joyce Holzheimer, Leiterin der Bahnhofsmission, geht Ende Dezember in den Ruhestand (Foto: Schremser)

Joyce Holzheimer verlässt die Bahnhofsmission nach 23 Jahren

Bis zu 25 Hilfesuchende jeden Tag

 

Erlangen, 24.11.2017 - Hanno T. (Name geändert) hat das Leben ganz unten kennen gelernt. Wegen einer schweren Erkrankung verliert er seinen Job. Er zieht deshalb von Kronach nach Erlangen um. Doch der Krankenpfleger kann auch hier nicht mehr in seinem gelernten Beruf arbeiten.

 

Es folgen Jahre der Arbeitslosigkeit. „Aber von Hartz IV kannst du nicht leben“, sagt Hanno T. im Rückblick. Deshalb braucht er die Hilfe der Kleiderkammer und der Sozialberatung der Diakonie. So bekommt der heute 67-Jährige schließlich Kontakt zur Bahnhofsmission. „Hier habe ich jemanden zum Reden gefunden“, erinnert er sich. Hanno T. knüpft neue soziale Kontakte, die bis heute halten. „Vielleicht wäre ich sonst vor die Hunde gegangen.“

 

Inzwischen bekommt er Altersrente. „Große Sprünge kann ich mir trotzdem nicht leisten.“ Das Geld reiche gerade so, um über den Monat zu kommen. „Für Weihnachtsgeschenke reicht es nicht“, gibt er zu.

 

Menschliche Wärme gesucht

Für Joyce Holzheimer ist Hanno T. ein Paradebeispiel, weil er sich nicht habe hängen lassen. Die gebürtige Schottin leitet die Bahnhofsmission seit über zehn Jahren. Die Besucherstatistik weise für jeden Tag 20 bis 25 Menschen aus, die in die soziale Anlaufstelle am Gleis 1 des Erlanger Bahnhofs kommen. Sie suchen dort Wärme – auch menschliche Wärme. Auf Wunsch gebe es ein warmes Getränk und eine kleine Mahlzeit, so Holzheimer. Neben vier Angestellten arbeiten weitere zehn Menschen ehrenamtlich mit. Sie kümmern sich auch um Umsteigehilfen für Senioren, für Menschen mit einer Behinderung und für Kinder und Jugendliche.

 

„Früher sind viele Menschen mit Alkohol- und Drogenproblemen zu uns gekommen“, erinnert sich Joyce Holzheimer. „Jetzt haben wir es vor allem mit armen Menschen zu tun.“ Die meisten suchten jemanden zum Reden. „Wir können nicht alle Probleme lösen, aber wir können zuhören.“

 

Armut nimmt zu

„Die Schere zwischen den Wohlhabenden und den armen Menschen  geht immer weiter auseinander“, stellt Matthias Ewelt fest, der Vorstandssprecher der Diakonie Erlangen. „Es sieht so aus, als ob es einen Zusammenhang zwischen zunehmender Armut und zunehmenden psychischen Belastungen gibt.“ Ewelt verweist dabei auf ähnliche Erfahrungen bei der Erlanger Tafel und der KASA, der kirchlichen Sozialberatung der Diakonie Erlangen. Ein großes Problem sieht er in der Wohnungsnot: „Der Druck auf dem Wohnungsmarkt wächst, weil der soziale Wohnungsbau seit Jahren fehlt.“

 

Spenden als erste Hilfe

Unter dem Stichwort „Erste Hilfe gegen Armut“ ruft die Diakonie Erlangen jetzt auf, für Menschen zu spenden, in Not geraten sind. „Im vergangenen Jahr sind uns in der Vorweihnachtszeit 50.000 Euro gespendet worden“, erklärt Jochen Nußbaum. Der Spenderbetreuer der Diakonie Erlangen wünscht sich, dass diese Summe wieder erreicht wird, damit Menschen wie Hanno T. unterstützt werden können. So werde aus Spenden auch die Weihnachtsfeier der Bahnhofsmission bestritten, zu der viele arme Menschen in der Hugenottenkirche erwartet werden.

 

Die Leiterin der Bahnhofsmission, Joyce Holzheimer, fasst es in wenigen Worten zusammen: „Für diese Arbeit brauchst du vor allem Humor.“ Am 19. Dezember wird die 65-Jährige ihren letzten Arbeitstag bei der Bahnhofsmission haben und geht dann in den Ruhestand. Noch kann sie sich das kaum vorstellen: „Ich werde die Arbeit hier vermissen.“

 

Spendenkonto der Diakonie Erlangen:

Sparkasse Erlangen, IBAN: DE46 7635 0000 0060 0258 74

Stichwort: ARMUT

Ganz schön mutig! Vorstandssprecher Ewelt für die neuen Aufgaben gesegnet

 

Nürnberg, 27.09.2017 - Bei einem Festgottesdienst in der Nürnberger Jakobskirche hat Matthias Ewelt als Vorstandssprecher der Diakonie Erlangen und theologischer Vorstand der Stadtmission den Segen für seine neuen Tätigkeiten empfangen. Der 52jährige übernimmt damit die Aufgaben von Pfarrer Wolfgang Tereick, der in den Ruhestand getreten ist.

 

„Diese Doppelaufgabe zu übernehmen ist ganz schön mutig“, erklärt Jürgen Körnlein, Nürnberger Stadtdekan und Vorsitzender des Verwaltungsrats der Stadtmission. Körnlein zeigt sich aber zuversichtlich und sagt über Ewelt: „Er weiß, was er will. Das diakonische Profil der Kirche sieht er als seine Aufgabe.“

 

Dekan Peter Huschke, der zugleich Aufsichtsrasvorsitzender des Diakonischen Werks Erlangen ist, kennt Ewelt schon seit vielen Jahren aus der Zusammenarbeit mit dem Dekanat Neustadt / Aisch, das der neue Vorstandssprecher zuletzt sieben Jahre geleitet hat. „Er hat die Menschen im Blick“, betont Huschke, „für die wir in Kirche und Diakonie arbeiten.“

 

Gegenüber Journalisten hat Matthias Ewelt kurz vorher gesagt: „Die soziale Not drängt in die Städte.“ Das sei der unterschied zu seiner früheren Aufgabe als Dekan im ländlich geprägten Neustadt an der Aisch. Als „gesellschaftliche Herausforderung“ sieht er die Zukunft der Altenpflege. Ewelt fordert einen „Quantensprung“, der zu einer Veränderung der Haltung führen müsse: „Wir brauchen mehr Respekt und Wertschätzung gegenüber den Menschen in der Pflege.“

 

Mit Handauflegung wird Pfarrer Ewelt für seinen neuen Dienst gesegnet.
Dekan Peter Huschke bei seiner Ansprache in St. Jakob
v.l.n.r.: Stadtdekan Jürgen Körnlein, Vorstandssprecherin der Stadtmission Gudrun Dreßel, Vorstandssprecher der Diakonie Matthias Ewelt, Vorstand Gabi Rubenbauer, Dekan Peter Huschke
Der gemeinsame Vorstand der Diakonie Erlangen und der Stadtmission Nürnberg (v.l.n.r.): Gudrun Dreßel, Matthias Ewelt, Gabi Rubenbauer
Gäste beim Festgottesdienst: Der Nürnberger Diakoniedekan Christian Kopp und die Präsidentin der Landessynode Annekathrin Preidel aus Erlangen

„Frech bin ich immer nur für andere“

Vorstandssprecher Matthias Ewelt im „Sonntagsblatt“-Interview

 

Erlangen, 17.09.2017 - „Frech und schnoddrig werde ich nur da, wo Starrheit herrscht.“ Das sagt Matthias Ewelt von sich in seinem ersten Interview mit dem „Sonntagsblatt – evangelische Wochenzeitung für Bayern“. In der Ausgabe vom 17. September gibt der Vorstandssprecher der Diakonie Erlangen zu, dass er in seiner früheren Tätigkeit als Dekan in Neustadt / Aisch gegenüber der Kirchenleitung in München immer mal angeeckt sei. „Ich bin aber immer nur für andere frech“, schränkt Ewelt im Gespräch mit dem „Sonntagsblatt“-Redakteur Timo Lechner ein.

 

Wenn nichts vorwärts geht, kann er auch mal ärgerlich werden

 

Eines seiner wichtigsten Anliegen sei die „auskömmliche Pflege“, betont Ewelt: „Es muss dem gut gehen, der gepflegt wird.“ Aber auch der Person, die pflegt, und jenem, der das alles organisiert. „Niemand möchte unter Zeitdruck gepflegt werden“, unterstreicht der Theologe. Trotzdem ändere sich seit Jahren nichts an der Situation in den Pflegeeinrichtungen. „Da kann ich dann auch mal ärgerlich werden, wenn es nicht vorwärts geht.“

 

Schließlich wird Ewelt auf seine angebliche Leidenschaft fürs Motorradfahren angesprochen. Da widerspricht er: In seiner Freizeit bastle er gern an Motorrädern herum. „Aber ich fahre kaum.“ 

Fotos: Schremser

Auf Info-Tour

Gute Vermittlungsquote der Jugendwerkstatt

 

Der neue Vorstandssprecher der Diakonie Erlangen, Matthias Ewelt, verschafft sich einen Überblick zu den sozialen Angeboten der Diakonie in Erlangen. Gemeinsam mit Sabine Hornung, der Leiterin der Bezirksstelle des Diakonischen Werkes, hat er die  Jugendwerkstatt in Eltersdorf besucht. Dort werden 14 Auszubildende zu Holzfachwerkern und Schreinern ausgebildet. Rund 80 Prozent der Azubis können später auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß fassen, erklärte Betriebsleiter Manfred Uihlein.

 

Außerdem hat sich Ewelt in der Ausgabestelle der Erlanger Tafel und der „Fundgrube“ im Stadtteil Bruck ein Bild vom jeweiligen Warenangebot für bedürftige Menschen gemacht. Zuvor war er bereits in den diakonischen Einrichtungen der Altenhilfe unterwegs.

 

Ewelt, der zugleich auch Vorstandsmitglied der Nürnberger Stadtmission ist, wird am 27. September um 16 Uhr bei einem Gottesdienst in der Nürnberger Jakobskirche offiziell eingeführt.

 

 

Aktion „Schultüte“ für die Erlanger Tafel

Foto von links nach rechts: Alexander Appel, Kerstin Wolski, Maria Kamalioglu, Evelyne Sauerbeck, Ebrahim Mirbagheri

Freude für neue Erstklässler

 

Erlangen, 3. August 2017 - Die Idee! Wohin mit der Schultüte von den Erstklässlern? Ganz einfach:  Neu mit Schulausstattung packen und bei Evelyne Sauerbeck von der Erlanger Tafel abgeben. Alle gesammelten Schultüten werden zum Schulstart an Kinder ausgegeben, die sozial und wirtschaftlich benachteiligt sind. Mit dieser Spende kann jeder helfen und leistet auch noch einen Beitrag zum Umweltschutz.

 

Kürzlich übergaben Alexander Appel vom Lion Club Hugenottenstadt gemeinsam mit Evelyne Sauerbeck und ihrer Tochter Kerstin Wolski 43 prall gefüllte Tüten für Erstklässler. Die ehrenamtlich Mitarbeitenden der Erlanger Tafel, Maria Kamalioglu und Ebrahim Mirbagheri nahmen die Spende mit großer Freude entgegen.

 

Die Erlanger Tafel wird die Schultüten an die Erstklässler über die Ausgabestellen in der Erlanger Schillerstraße und in Büchenbach verteilen. 

 

Kontakt:

Erlanger Tafel, Telefon: 09131/ 6301-129, E Mail:  tafel(at)diakonie-erlangen.de.

Abgabe einer neu gepackten Schultüte bei Frau Evelyne Sauerbeck, Weberäckerweg 1 in 91054 Erlangen

 

 

Matthias Ewelt neuer theologischer Vorstand der Diakonie Erlangen

Neues Vorstandsmitglied: Matthias Ewelt

Nachfolger von Pfarrer Wolfgang Tereick

 

Der bisherige Dekan in Neustadt / Aisch ist zum Vorstandssprecher der Diakonie Erlangen berufen worden. Matthias Ewelt ist 1965 in Gunzenhausen geboren worden. Seit 2010 hat er den Dekanatsbezirk Neustadt / Aisch geleitet und ist mit verschiedenen Themen der Diakonie und Sozialwirtschaft vertraut, insbesondere der Altenhilfe, der Gefährdetenhilfe und der Beratungsstellen. Ewelt nimmt seinen Dienst im August auf.

 

In einer ersten Stellungnahme sagte der Theologe: „Ich freue mich auf die neue und spannende Aufgabe in der Diakonie Erlangen, die an der Seite derer steht, die auf Unterstützung angewiesen sind.“ Ewelt, der zugleich auch Vorstandsmitglied bei der Stadtmission Nürnberg ist, ergänzt den gemeinsamen Vorstand mit Gudrun Dreßel und Gabi Rubenbauer. „Gespannt bin ich auf die vielen engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,“ meint Pfarrer Ewelt. „Ich wünsche mir, dass wir miteinander den guten Weg der Diakonie Erlangen und der Stadtmission Nürnberg fortsetzen.“

 

Ewelt ist Nachfolger von Pfarrer Wolfgang Tereick, der seit 2010 Theologischer Vorstand der beiden Diakoniewerke in Erlangen und Nürnberg war. Der 65jährige beendet seinen Dienst und tritt mit Erreichen der Altersgrenze in den Ruhestand. Tereick hat insgesamt 35 Jahre in verschiedenen diakonischen Einrichtungen gearbeitet. Er wird am 30. Juli in der Erlanger St. Matthäuskirche in den Ruhestand verabschiedet.

 

 

Ausbildung mit sozialem Engagement verbinden

Beim „Tag der offenen Tür“ des Baustoffunternehmens Röckelein in Wachenroth haben 15 Auszubildende Kuchen und andere Köstlichkeiten an die Besucher verkauft. Der Erlös: 1.500 € für die Erlanger Tafel.

 

Firmenchefin Ute Röckelein hat die Aktion initiiert und die rund 500 Mitarbeitenden um Kuchenspenden gebeten. Ein glatter Erfolg. Denn von den gesammelten Einnahmen haben die Auszubildenden dann im  Dorfladen EDEKA Schmaußer Waren des täglichen Bedarfs für die Erlanger Tafel eingekauft. Gertrud König, die Leiterin der Tafel, und der Schatzmeister des Vereins zur Förderung der Tafel, Dieter Liebs haben die Spenden dankbar entgegen genommen.

 

Das Spendenprojekt der Azubis aus Wachenroth nimmt auch am Wettbewerb Jugend-Engagement-Preis des Rotary Clubs Höchstadt / Aisch 2018 teil.

 

 

Hinter Reihe von links nach rechts:

Gertrud König, Ute Röckelein, Georg Horn, Richard Reheuser und Dieter Liebs

Untere Reihe von links nach rechts:

Stefanie Drescher, Vanessa Neuner, Marina Leicht, Josie Störzer,  Eva Panzer

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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Anna Thiel

 

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Anna Thiel, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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